Sparer-Pauschbetrag

(früher Sparerfreibetrag)

Der Sparer-Pauschbetrag bezeichnet die im Einkommenssteuerrecht geltende Höchstgrenze für steuerfrei zu vereinnahmende Erträge aus Kapitalvermögen im Sinne des § 20 EStG.

Der Sparer-Pauschbetrag sieht bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen einen pauschalen Abzug von Werbungskosten in Höhe von

  • 801 Euro für Ledige bzw.
  • 1.602 Euro für steuerlich gemeinsam veranlagte Ehegatten vor.

Keine Geltendmachung höherer Werbungskosten mehr möglich

Nach dem unmissverständlichen Wortlaut der Regelung zum Sparer-Pauschbetrag bei Kapitaleinkünften ist ein Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ausgeschlossen (§ 20 Abs. 9 S.1 EStG).

Steuerpflichtige können demnach Aufwendungen, die den Sparer-Pauschbetrag überschreiten, nicht mehr als Steuer mindernde Werbungskosten geltend machen. Solche Werbungskosten fallen unter das Abzugsverbot des § 20 Abs. 9 S.1 EStG.

Davon betroffen sind alle im Zusammenhang mit der Kapitalanlage stehenden Ausgaben, wie etwa

  • Gebühren für Führung und Verwaltung von Konten und Wertpapierdepots
  • Geltendmachung von Zinsen (als Fremdfinanzierungskosten) bei dem Kauf von Wertpapieren
  • Kosten für die Teilnahme an einer Hauptversammlung
  • Kosten für Börsenzeitschriften

Wegfall des Freibetrages bei privaten Veräußerungsgeschäften

Zudem ist mit der Gesetzesänderung der Freibetrag bei Veräußerungsgewinnen aus Aktien, Investmentfonds oder sonstigen Wertpapieren ersatzlos entfallen. Werden derartige Gewinne realisiert, fließen auch sie in den Sparer-Pauschbetrag ein. Eine gesonderte Erfassung erfolgt nun nicht mehr; die steuerfreie Vereinnahmung bis zu einer Höhe von 512 Euro pro Person ist gestrichen, so dass diese Gewinne ausschließlich zusammen mit den übrigen Werbungskosten bis zu einer Höhe von 801 / 1.602 Euro berücksichtigungsfähig sind.

Das bedeutet, dass Wertpapiere unabhängig von ihrer Haltedauer im Veräußerungsfalle der vollen Abgeltungssteuer unterliegen. Dabei ist allerdings die Besonderheit zu beachten, dass diese Neuregelung nur für Wertpapiere gilt, die nach dem 31.12.2008 erworben wurden. Für vor diesem Datum erworbene Wertpapiere gilt hingegen Bestandsschutz. Werden diese nach Ablauf der einjährigen Haltefrist veräußert werden, bleiben dadurch realisierte Gewinne auch künftig steuerfrei.

Geltendmachung des Sparer-Pauschbetrages

Freistellungsauftrag einreichen

Die Abgeltungssteuer wird fällig, wenn die im Sparer-Pauschbetrag vorgesehenen Freibeträge überschritten werden. Die bis zu dieser Grenze erzielten Kapitaleinkünfte bleiben demzufolge steuerfrei.

Der Sparer-Pauschbetrag kann allerdings von den Kreditinstituten nur dann berücksichtigt werden, wenn der Steuerpflichtige einen entsprechenden Freistellungsauftrag stellt.

Sparer-Pauschbetrag bei Zusammenveranlagung

Bei zusammen veranlagten Ehegatten (§ 26b EStG) verdoppelt sich der Sparer-Pauschbetrag. Dabei kann ein nicht voll ausgeschöpfter Sparer-Pauschbetrag des einen Ehegatten auf den anderen Ehegatten übergehen, so dass der nicht in Anspruch genommene Restbetrag bei ihm in Abzug gebracht werden kann (§ 20 Abs. 9 S.3 EStG).

Frühere Rechtslage – bis zum 31.12.2008

Der nachfolgende Teil bezieht sich auf die alte Rechtslage vor dem 01.01.2009 und findet nur noch in Ausnahmefällen Anwendung, wenn beispielsweise die Verjährungsfrist zur Einkommensteuer nicht abgelaufen ist.

Nach der bis zum 31.12.2008 geltenden Gesetzeslage konnte der Steuerpflichtige als Abzüge folgende Werbungskostenpositionen geltend machen

  • Sparerfreibetrag auf Zinsen und Dividenden in Höhe von 750 Euro
  • Werbungskostenpauschale in Höhe von 51 Euro
  • Nachweis höherer Werbungskosten im Einzelfall

Grundsätzlich ergab sich nach alter Rechtslage damit ein Freibetrag in Höhe von

  • 801 Euro für Ledige oder
  • 1.602 Euro für steuerlich gemeinsam veranlagte Ehegatten.

Außerdem konnte bei privaten Veräußerungsgewinnen aus dem Verkauf von Wertpapieren ein gesonderter Freibetrag in Höhe von

  • 512 Euro pro Person

in Anspruch genommen werden, wenn das Wertpapier länger als zwölf Monate im Depot des Anlegers verblieben war.

In der Summe konnte der Steuerpflichtige vor der Gesetzesänderung dementsprechend einen freistellungsfähigen Gesamtfreibetrag in Höhe von

  • 1.313 Euro (lediger Steuerpflichtiger)

nutzen.

Nicht berücksichtigt sind in diesem Endbetrag etwaige höhere Werbungskosten, die vormals bei der Einkommensteuerklärung bei entsprechendem Nachweis in Ansatz gebracht werden konnten und die im Einzelfall dazu führen konnten, dass die gegenüber der Finanzverwaltung geltend gemachten Werbungskosten beträchtlich über 801 / 1.602 Euro lagen.

Letzte Aktualisierung: 24.06.2016

Foto © Carlos Santos – bigstockphoto.com

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