Zinsbesteuerung

Abgeltungssteuer auf Zinserträge

Tagesgeld und Festgeld, aber auch das Sparbuch, sind Geldanlagen, über die eine Rendite erwirtschaftet wird. Die daraus resultierenden Zinsen stellen Einkommen aus Kapitalvermögen gemäß § 20 EStG dar und sind daher einkommensteuerpflichtig. Sie unterliegen der Zinsbesteuerung durch die Abgeltungssteuer.

Zinseinkünfte gemäß § 20 EStG

Alle Zinsen, die aus Guthaben auf

  • Tagesgeld
  • Festgeld
  • Sparbuch
  • Girokonto
  • Kreditkarten

basieren, sind steuerpflichtige Zinseinnahmen und müssen versteuert werden.

Wie hoch ist die Zinsbesteuerung?

Die Besteuerung durch die Abgeltungssteuer beträgt einheitlich

  • 25%

des Kapitalertrags. In die Berechnung der Besteuerung fließen zusätzlich mit ein

  • 5,5% Solidaritätszuschlag und
  • 8% bzw. 9% Kirchensteuer (sofern Kirchensteuerpflicht besteht)

Sowohl der Solidaritätszuschlag als auch die Kirchensteuer bemessen sich am Betrag der Abgeltungssteuer. Die Höhe des Kirchensteuersatzes ist abhängig vom Bundesland, und beträgt in Baden-Württemberg und Bayern 8% und in den übrigen Bundesländern 9%.

Wie erfolgt die Besteuerung von Tagesgeld oder Festgeld?

Bei der Besteuerung von Zinseinkünften, beispielsweise Tagesgeld, Festgeld und allen anderen Zinsen, behält die Bank die auf den Zinsertrag fällige Abgeltungssteuer (nebst Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) direkt bei der Zinsgutschrift ein. Damit ist Zinsbesteuerung erledigt und die Steuerpflicht erfüllt. Weitere Steuern fallen bei der Einkommensteuererklärung für diese Kanpiatleinkünfte nicht an, da diese Einkünfte nicht mehr erklärt werden müssen.

Sollte der persönliche Steuersatz jedoch niedriger als die Abgeltungssteuer nebst Solidaritätszuschlag sein (26,375%), lohnt es sich, die Einkünfte dennoch in der Steuererklärung in der Anlage KAP zu erklären, da dann mit einer (teilweisen) Erstattung der Abgeltungssteuer gerechnet werden kann.

Sparer-Pauschbetrag

Der Sparer-Pauschbetrag steht jedem in Deutschland Steuerpflichtigen zu und beträgt jährlich maximal

  • 801 EUR bei Alleinstehenden
  • 1.602 EUR bei Verheirateten mit Zusammenveranlagung

Stellt man nun bei der betreffenden Bank einen Freistellungsauftrag, zieht diese automatisch den „freigestellten“ Betrag vom Zinsertrag ab, bevor die Abgeltungssteuer berechnet wird. Das verringert die Bemessungsgrundlage, die zu versteuernden Zinsen werden weniger, und somit auch effektiv die Steuerlast durch die Abgeltungssteuer.

Besteuerung Zinsen – Berechnungsbeispiel

Vereinfachtes Berechnungsbeispiel: Kapital 100.000 EUR, Zinssatz 1,00% p.a., Anlagedauer 12 Monate (Zinseszinsen und Kirchensteuer werden nicht berücksichtigt)

ohne Sparer-Pauschbetrag mit Sparer-Pauschbetrag
Zinsertrag 1.000,00 EUR 1.000,00 EUR
Sparer-Pauschbetrag ./. 801,00 EUR
Zinsertrag vor Steuerabzug 1.000,00 EUR 199,00 EUR
Abgeltungssteuer 25,00% ./. 250,00 EUR ./. 49,75 EUR
SolZ 5,50% auf Abgeltungssteuer: ./. 13,75 EUR ./. 2,74 EUR
Gesamte Steuerlast ./. 263,75 EUR ./. 52,49 EUR
Höhe der Zinsgutschrift 736,25 EUR 947,51 EUR
Differenz: + 211,26 EUR

Allein durch den Sparer-Pauschbetrag spart sich der Anleger nach obigen Beispiel schon 211,26 EUR an Abgeltungssteuer. Man sollte es also nicht versäumen, bei der Bank einen Freistellungsauftrag einzureichen. Wichtig ist, dass der Bank ab 2016 zwingend die persönliche Steueridentifikationsnummer mit auf dem Freistellungsauftrag mitgeteilt wird.

Nichtveranlagungsbescheinigung

Für Anleger mit einem Einkommen unter dem Grundfreibetrag der Einkommensteuer kann auch die NV-Bescheinigung » interessant sein.

Letzte Aktualisierung: 22.06.2016

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