Bundesobligationen

Bundeswertpapiere

Bundesobligationen sind festverzinsliche Bundeswertpapiere, die über die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH ausgegeben werden. Emittent der Obligationen ist die Bundesrepublik Deutschland. Von anderen Bundeswertpapieren (Schatzbriefe, Finanzierungsschätze und Tagesanleihe) unterscheiden sich die Bundesobligationen durch die Handelbarkeit über die Börse. Die Bundesobligationen werden seit dem Jahr 2003 im Rahmen eines Auktionsverfahrens ausgegeben und in die Kapitalmärkte eingeführt.

Die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH gibt jedes Jahr mehrere Serien der Bundesobligationen aus, die sich im Zinssatz und damit der Rendite unterscheiden. Die Laufzeit der festverzinslichen Wertpapiere ist auf fünf Jahre festgeschrieben.

Berechtigter Personenkreis der Bundesobligationen

Anders als Bundesschatzbriefe oder Finanzierungsschätze unterliegen Bundesobligationen keinen großen Einschränkungen. Die Wertpapiere können von jedermann erworben werden. Nach der Emission sind ältere Serien bei der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH allerdings nicht mehr erhältlich. Bundesobligationen sind jederzeit auf Dritte übertragbar.

Kaufen von Bundesobligationen

Kauf über Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH

Interessierte Anleger können Obligationen der Bundesrepublik Deutschland auf zwei unterschiedliche Arten erwerben. Einmal im Rahmen des Direkterwerbs über die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH. Hier ist der Erwerb allerdings auf die neueste Serie der Bundesobligationen beschränkt. Um die Obligationen auf diese Weise zu erhalten, ist ein Schuldbuchkonto Voraussetzung, das sich kostenlos bei der Finanzagentur auch online eröffnen lässt und über das Bundeswertpapiere kostenlos erworben und verwahrt werden können.

Der Mindestanlagebetrag liegt im Direkterwerb bei 110 Euro, die Stückelung der Bundesobligationen bei 0,01 Euro. Gleichzeitig ist der Anlagehöchstbetrag bei Direkterwerb auf 250.000 Euro pro Person und Geschäftstag beschränkt.

Kauf über die Börse

Die zweite Möglichkeit ist der Erwerb über die Börse. Dazu reicht ein vorhandenes Wertpapierdepot bei einer Bank oder Sparkasse aus. Der Kauf von Bundesobligationen unterliegt in diesem Fall keinen Einschränkungen – weder im Rahmen des Mindestanlagebetrags noch der Höchstgrenze für eine Kapitalanlage in Form der Bundesobligationen. Für das Wertpapierdepot bzw. Transaktionen können seitens der Banken und Sparkassen Gebühren erhoben werden. Speziell das Verwahren von Bundeswertpapieren ist in diesem Fall nicht unbedingt kostenlos.

Rendite von Bundesobligationen

Bundesobligationen gehören zu den festverzinslichen Wertpapieren. Sie werden mit einem bestimmten Zinssatz ausgegeben, den der Emittent bestimmt. Dieser wird auf den Nennwert der Bundesobligationen angelegt und bestimmt die jährliche Rendite. Da pro Jahr mehrere Serien zu unterschiedlichen Zinssätzen ausgegeben werden, können sich im Jahresdurchschnitt erhebliche Schwankungen der Nominalzinsen zwischen den Serien ergeben. Werden die Bundesobligationen bis zum Ende gehalten, ergibt sich die Rendite aus den festgeschriebenen Zinsen. Die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH nimmt zum Ende der Laufzeit die Bundesobligationen zum Nennwert zurück. Die Zinsen werden zum Ende eines jeden Anlagejahres ausgeschüttet und können in weitere Bundeswertpapiere investiert werden. Verluste durch Kursschwankungen und Marktturbulenzen sind in diesem Fall gleich null.

Anders die Situation bei Bundesobligationen, die über die Börse erworben werden. Hier orientiert sich die Rendite an den Vorgaben der Kapitalmärkte. Das Auf und Ab der Marktzinsen beeinflusst die Kurse der gehandelten Bundesobligationen. Sinkende Marktzinsen können den Kurs für Obligationen mit einem hohen Zinssatz steigen lassen. So kann der Kurs einer Bundesobligation mit dem Nennwert 100 und einem hohen Nominalzins durch sinkende Zinsen schnell auf 105 Euro steigen. Selbstverständlich ist auch eine Entwicklung in die Gegenrichtung möglich. Die Rendite der Bundesobligationen hängt in diesem Fall nicht primär vom Nominalzins der Serie ab, sondern von den Markt- und Kursschwankungen. Entscheidenden Einfluss auf den Kurs der Bundesobligationen hat auch die Restlaufzeit.

Die Rendite von Bundesonligationen kann hier eingesehen werden: Rendite Bundesobligationen (Serie 157) Verlauf

Verkauf von Bundesobligationen

Bundesobligationen sind für mittelfristig denkende Sparer gedacht, können nach der Einführung an der Börse aber jederzeit über den Kapitalmarkt verkauft werden. Damit unterscheiden sich die Bundesobligationen deutlich von anderen Bundeswertpapieren, die über einen bestimmten Zeitraum gehalten werden müssen, bevor unter Umständen ein vorzeitiger Verkauf möglich ist (Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze).

Ob sich ein Verkauf aber lohnt, hängt von der aktuellen Kursentwicklung ab. Für den Verkauf der Obligationen können bei Banken und Sparkassen Transaktionsgebühren anfallen. Neben den Börsen lassen sich Bundesobligationen auch über die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH zum Einheitspreis der Frankfurter Wertpapierbörse veräußern. In diesem Fall werden 0,4 Prozent als Provision für die Finanzagentur fällig. Der Verkauf von Bundesobligationen vor dem Ende der Laufzeit kann sich dann lohnen, wenn der aktuelle Kurs die Höhe der Rendite zum Laufzeitende erreicht bzw. darüber hinaus klettert. Dies ist besonders in Zeiten niedriger Marktzinsen der Fall.

Vor- und Nachteile von Bundesobligationen

Ein großer Pluspunkt der Bundesobligationen ist die Tatsache, dass sie die Sicherheit eines festverzinslichen Bundeswertpapiers mit einer täglichen Handelbarkeit an der Börse verbinden. Anstatt den Inhaber der Wertpapiere über einen langen Zeitraum zu binden, können die Obligationen nach Einführung an der Börse jederzeit gehandelt werden. Daher eignen sich die Bundesobligationen nicht nur für den Sparer, dem viel an einer sicheren Rendite gelegen ist.

Auch risikofreudigere Anleger nutzen mit Bundesobligationen Vorteile aus und schlagen aus steigenden Kursen Kapital. Speziell in Zeiten niedriger Zinsen können ältere Bundesobligationen mit einem höheren Zinssatz interessant werden. Setzt dagegen eine entgegengesetzte Entwicklung ein, büßt die Bundesobligation aufgrund des Kursrisikos ihren Vorteil allerdings ein. Auf diese Möglichkeit sollte sich jeder Anleger vor dem Griff zu Bundesobligationen vorbereiten.

Aufgrund der quasi täglichen Verfügbarkeit können Bundesobligationen durchaus zur ernst zu nehmenden Konkurrenz für andere Kapitalanlagen werden – wie das Tagesgeld. Dessen Zinssätze liegen angesichts der gegenwärtigen Marktlage in Abhängigkeit vom Anbieter teilweise unter denen der Bundesobligationen. Und im Gegensatz zum Tagesgeld ist der Nominalzins bei den Obligationen festgeschrieben. Unterm Strich kann sich das Halten der Bundesobligationen lohnen. Ein Vergleich zwischen Bundesobligationen und Tages- oder Festgeld macht aber nur bedingt Sinn, da gerade der tagesaktuelle Kurs nicht ausschließlich über den Nominalzins beeinflusst wird.

Wertpapierdepot Vergleich:

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