Bundesschatzanweisungen

Bundeswertpapiere

Bundesschatzanweisungen gehören zur Gruppe der festverzinslichen Wertpapiere (mit WKN- und ISIN-Nummer) und werden zur Refinanzierung kurzfristiger Verbindlichkeiten des Bundes ausgegeben.

Ausgabe von Bundesschatzanweisungen

Dabei tritt die Bundesrepublik Deutschland als Emittent auf, für die eigentliche Ausgabe der Bundesschatzanweisungen ist die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH zuständig.

Ähnlich den Bundesanleihen werden Bundesschatzanweisungen nur mit einer kurzen Laufzeit von 24 Monaten ausgegeben. Deshalb kommen Bundeswertpapiere in Form der Bundesschatzanweisung für Anleger mit einem kurzfristigen Anlagehorizont in Frage.

Auktionsverfahren

Die Erstausgabe von Bundesschatzanweisungen erfolgt an den Höchstbietenden im Tenderverfahren (Auktions- bzw. Bieterverfahren), wobei hier nur Kreditinstitute als Mitglieder der Bietergruppe Bundesemissionen zugelassen sind.

Einführung an die Börse

Im Anschluss werden die Bundesschatzanweisungen an die Börse eingeführt und können über den Kapitalmarkt frei gehandelt werden. Nach Einführung hat also jeder Anleger die Möglichkeit, Bundesschatzanweisungen zu erwerben.

Pro Jahr werden durch die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH vier Neuemissionen der Bundesschatzanweisungen durchgeführt. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Emissionszeitpunkten sind in der Vorausschau nur für das erste Quartal enthalten. Für die Quartale 2 bis 4 wird lediglich der Monat in der Jahresvorausschau festgeschrieben.

Grundsätzlich werden Bundesschatzanweisungen in den Monaten März, Juni, September und Dezember ausgegeben. Eine taggenaue Veröffentlichung der Emissionszeitpunkte erfolgt mit der Veröffentlichung des aktuellen Quartals-Emissionskalenders. Im Emissionskalender 2010 nehmen Bundesschatzanweisungen einen Gesamtanteil von 22 Prozent ein.

Kaufen von Bundesschatzanweisungen

Bundesschatzanweisungen können über Banken, Sparkassen oder Direct Broker ohne Einschränkung erworben werden. Ein Direkterwerb über die Bundesrepublik Finanzagentur GmbH ist nicht möglich, jedoch der Übertrag und Verwahrung im Schuldbuchkonto.

Die Stückelung liegt bei 0,01 Euro je Wertpapier, wobei weder eine Mindest- noch eine Maximaleinlage den Erwerb einschränken.

Verzinsung von Bundesschatzanweisungen

Bundesschatzanweisungen sind festverzinsliche Wertpapiere. Die effektiven Zinsen werden nach von der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH einmal im Jahr ausgeschüttet. Die nachfolgende Tabelle zeigt die letzten Bundesschatzanweisungen mit Stand vom Juli 2010. Die Zinsen beziehen sich dabei darauf, dass die Wertpapiere bis zu ihrer Fälligkeit gehalten werden.

WKN ISIN Verzinsung Laufzeit vom Fälligkeit
113723 DE000 113723 0 4,00% 10.09.2008 10.09.2010
113724 DE000 113724 8 2,25% 10.12.2008 10.12.2010
113724 DE000 113724 8 1,25% 11.03.2009 11.03.2011
113726 DE000 113726 3 1,50% 11.03.2009 10.06.2011
113726 DE000 113727 1 1,25% 11.09.2009 16.09.2011
113728 DE000 113728 9 1,25% 20.11.2009 16.12.2011
113729 DE000 113728 9 1,00% 19.02.2010 16.12.2011
113730 DE000 113730 5 0,50% 14.05.2010 15.06.2012

Vor dem Fälligkeitsdatum können die Bundesschatzanweisungen vom Emittenten, also der Bundesrepublik Deutschland, nicht vorzeitig zurück gekauft oder gekündigt werden.

Gleichzeitig lassen sich Bundeswertpapieren in Form der Bundesschatzanweisung aber auch an der Börse handeln. Hier spielt der Nominalzins der Bundesschatzanweisungen für den Ertrag eine andere Rolle als beim Halten der Bundeswertpapiere bis zum Ablauf der Laufzeit. Je nach aktueller Marktlage, dem Zinssatz der Bundesschatzanweisungen und der verbleibenden Laufzeit ändert sich der Kurs der Bundesschatzanweisungen. Beim Thema Zinssatz bleiben gerade neu emittierte Bundesschatzanweisungen leider hinter kurzfristigen Kapitalanlagen – wie dem Tagesgeld – zurück. Die tagesaktuellen Kurse der einzelnen Bundesschatzanweisungen lassen sich anhand der WKN-/ISIN-Nummer prüfen.

Verkauf von Bundesschatzanweisungen

Als Inhaber von Bundesschatzanweisungen lassen sich die Wertpapiere jederzeit verkaufen. Dabei sind keine Fristen zu beachten, wie etwa für die Rückgabe von Bundesschatzbriefen. Gleichzeitig können Bundesschatzanweisungen ohne Probleme auf Dritte übertragen werden. Der Verkauf von Schatzanweisungen des Bundes erfolgt über Banken, Sparkassen oder andere depotführende Institute, wofür Transaktionskosten entstehen können.

Vorteile von Bundesschatzanweisungen

Zu den Pluspunkten von Bundesschatzanweisungen gehört die Möglichkeit, Kapital ohne die Bindung an Mindesteinlagen und Maximalbeträge selbst mit kleinen Beträgen sicher anlegen zu können. Anleger, die ihre Bundesschatzanweisungen bis zum Ende der Laufzeit halten, profitieren von der Verzinsung der Wertpapiere. Gleichzeitig sprechen Bundesschatzanweisungen Anleger an, die auf eine flexible Geldanlage Wert legen. Durch den Handel der Bundeswertpapiere über die Börse ist ein täglicher Verkauf möglich. Gegenüber den Finanzierungsschätzen punkten Bundesschatzanweisungen daher mit einer höheren Flexibilität. Im Rahmen des Handels mit Bundesschatzanweisungen besteht aber auch die Möglichkeit, durch sinkende Kurse Verluste einzufahren. Was Bundesschatzanweisungen gegenüber börsennotierten Wertpapieren wie Aktien aber in jedem Fall vorteilhaft macht, ist die hohe Sicherheit. Über die Verzinsung und den Rückkauf durch die Finanzagentur sind die Risiken im Vergleich zu Aktien wesentliche geringer. Zumal Bundesschatzanweisungen am Kapitalmarkt nur selten unter den Ausgabekurs sinken.

Gemessen an anderen kurzfristigen Anlageprodukten auf dem Markt, die ein ähnlich hohes Maß an Flexibilität bieten, ziehen Bundesschatzanweisungen den Kürzeren. Speziell Tages- und Festgeld bieten derzeit pro Jahr einen höheren Zinsertrag als Bundesschatzanweisungen.

Wertpapierdepot Vergleich:

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Diese Cookies sind sicher und speichern keine persönlichen Daten über Sie ab. Mit der Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzinfo
OK