US-Dollar Anleihen

Bundeswertpapiere

US-Dollar-Anleihen des Bundes sind Anleihen Deutschlands in der Fremdwährung US-Dollar. Für den Anleger bedeutet das: Er zahlt die Anleihe in US-Dollar, erhält die Zinszahlungen in US-Dollar und bekommt den Nennwert seiner US-Dollar-Anleihe am Ende ebenfalls in der US-amerikanischen Währung ausbezahlt. Das kann einerseits durch Entwicklungen auf dem Devisenmarkt zu Gewinnen führen, andererseits allerdings auch zu Verlusten. Zwar sind auch US-Dollar-Anleihen des Bundes mündelsicher, bedingt durch die hervorragende Bonität Deutschlands besteht also praktisch keine Gefahr, dass der Nennwert des Wertpapiers nach Ablauf nicht ausbezahlt wird. Da die Auszahlung jedoch in US-Dollar erfolgt, ist es im Gegensatz zu anderen Bundeswertpapieren relativ unsicher, welche Rendite der Anleger am Ende wirklich bekommt.

Der Ersterwerb einer US-Anleihe des Bundes ist nach der Emission institutionellen Anlegern vorbehalten. Danach werden die US-Dollar-Anleihen des Bundes über die Börse gehandelt. Im Prinzip ist dann also jedermann in Deutschland berechtigt, sie zu erwerben. Dabei existiert keine Obergrenze für den Erwerb. Allerdings werden die US-Dollar-Anleihen zu je 1.000 US-Dollar gestückelt, sodass sich hierdurch eine Untergrenze ergibt. Bisher hat der Bund zwei US-Dollar-Anleihen emittiert. Sie können als einzige Bundeswertpapiere nicht in einem Schuldbuchkonto der Finanzagentur verwaltet werden.

US-Dollar-Anleihe 2009

  • Diese US-Dollar-Anleihe wurde vom Bund im September 2009 herausgegeben.
  • Die dreijährige Laufzeit reicht bis zum 21. September 2012.
  • Den Zinserträgen liegt ein Zinssatz von 1,500 Prozent zugrunde. Die Zinsen werden jährlich am 21.September des Jahres ausbezahlt.

US-Dollar-Anleihe 2005

  • Die Laufzeit der ersten Fremdwährungsanleihe des Bundes endete am ersten Juni 2010.
  • Sie lief über insgesamt fünf Jahre bei einem Zinssatz von 3,875%.
  • Die Zinsen wurden jeweils am ersten Juni eines Jahres ausgezahlt.

Kauf einer US-Dollar-Anleihe

Beim Kauf einer US-Anleihe des Bundes sind zwei Variablen für den Kaufpreis des Wertpapiers wichtig: der Kurswert der Anleihe und der Wert des Dollars gegenüber dem Euro. Der Kurswert einer Anleihe wird in Prozent ausgedrückt. Ein Beispiel:

  • Beträgt der Kurswert einer US-Dollar-Anleihe mit dem Nennwert von 1.000 US-Dollar beispielsweise 101 Prozent, so ergibt sich der Kaufpreis von 1010 US-Dollar. Bei einem Kurswert von 99 Prozent, ergäben sich 990 US-Dollar.
  • Da der deutsche Anleger die US-Anleihe in Euro bezahlt, müssen zusätzlich aktuelle Devisenkurse berücksichtigt werden.

Nehmen wir den Kaufpreis von 1.010 US-Dollar und schauen uns den Kaufpreis bei verschiedenen Devisenkursen an:

  • Ein US-Dollar = 0,7349 Euro: Der Kaufpreis von 1.010 US-Dollar entspricht 742,249 Euro.
  • Ein US-Dollar = 0,7153 Euro: Der Kaufpreis von 1.010 US-Dollar entspricht 722,433 Euro.

Je stärker der US-Dollar gegenüber dem Euro ist, desto schlechter ist das für den Käufer, weil der Kaufpreis in Euro teurer wird. Kurz gesagt gilt beim Kauf: schwacher Dollar gut, starker Dollar schlecht.

Rendite bei US-Anleihen

Gewinne können sich bei der US-Anleihe durch Zins-Auszahlungen sowie durch den vorzeitigen Verkauf der Anleihe an der Börse oder durch die Rückzahlung des Nennwerts nach Ende der Laufzeit ergeben.

Zinsen: Sowohl der Zinssatz als auch der Nennwert einer gekauften US-Anleihe des Bundes sind feste Größen, aus denen sich der Zinsgewinn in US-Dollar perfekt errechnen lässt. Wer etwa 5.000 US-Dollar in eine US-Dollar-Anleihe mit einem Zinssatz von 1,5 Prozent pro Jahr investiert hat, erhält pro Jahr 75 US-Dollar Zinsen. Wiederum hängt es allerdings vom aktuellen Devisenkurs ab, wie hoch die Zinsen in Euro sind.

  • Ein US-Dollar = 0,7349 Euro: Zinsen in Höhe von 75 US-Dollar entsprechen 55,125 Euro.
  • Ein US-Dollar = 0,7153 Euro: 75 US-Dollar an Zinsen entsprechen in diesem Fall 53,646 Euro.

Daher gilt bei den Zinszahlungen: Starker US-Dollar gut, schwacher US-Dollar schlecht.

Rückzahlung des Nennwerts: Zum Ablauf der US-Anleihe wird der Nennwert der Anleihe in US-Dollar ausgezahlt. Auch hier gilt: Ein starker US-Dollar ist gut, ein schwacher schlecht.

Vorzeitiger Verkauf an der Börse: Der vorzeitige Verkauf an der Börse ist jederzeit möglich. Hier kommen wieder zwei Faktoren ins Spiel: der aktuelle Kurswert und der aktuelle Devisenkurs.

Vorteile und Nachteile der US-Dollar-Anleihe des Bundes

Die US-Dollar-Anleihe ist die unsicherste der Bundeswertpapiere, weil Devisenkurse als Faktoren

  • auf die Höhe der Zinszahlungen in Euro,
  • den Kauf- und Verkaufspreis an der Börse in Euro sowie
  • die Höhe der Rückzahlung in Euro

Einfluss haben.

Der Devisenkurs kann dem Anleger bei starkem US-Dollar ein Plus bescheren, bei schwachem Dollar kann er die Rendite allerdings auch deutlich schmälern. Für sicherheitsbewusste Anleger ist die US-Dollar-Anleihe also eher nichts. Wer etwas Risiko nicht scheut, kann mit ihr im günstigen Fall eine gute Rendite einfahren. Als Nachteil empfinden es einige Anleger, dass sie US-Dollar-Anleihen des Bundes nicht kostenfrei in einem Schuldbuchkonto der Finanzagentur verwalten können. Depotgebühren müssen also berücksichtigt werden.

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