Elterngeld

Mittlerweile ist das Elterngeld ÜBER fünf Jahre „alt“ und hat auch restlos das Erziehungsgeld abgelöst. Mit der Einführung zum 01.01.2007 hat die Bundesregierung eine Sozialleistung geschaffen, die für entgangenes Einkommen während der Kindeserziehung in den ersten Lebensmonaten gezahlt wird. Diese Regelung soll Eltern den Berufsausstieg zur Kindererziehung oder das Reduzieren der Wochenarbeitsstunden auf maximal 30 ermöglichen. Somit die optimale Lösung, Kind und Beruf unter einen Hut zu bekommen, ohne finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen.

Anspruch auf Elterngeld

Alle Eltern haben einen Anspruch auf das Elterngeld, unabhängig vom Einkommen. Ausgenommen sind jedoch Bezieher von Transferleistungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld II/ Hartz IV, da hier das Elterngeld auf die Sozialleistungen angerechnet wird, was eine Nullrechnung ergibt. Diese Regelung ist erst seit der Reformierung des Elterngeldes zum 01.01.2011 eingetreten, bis zu diesem Stichtag konnten Hartz IV Bezieher zumindest noch den Sockelbetrag von 300 Euro monatlich und anrechnungsfrei erhalten.

Förderungsdauer durch das Elterngeld

Das Elterngeld wird für einen Zeitraum von zwölf Monaten gewährt und kann auf 14 Monate verlängert werden, wenn sich beide Elternteile dazu entschließen, beruflich kürzer zu treten (sog. Vätermonate). Wie die Eltern die 14 Monate unter sich aufteilen bleibt ihnen selbst überlassen. Allerdings gelten die ersten zwei bis drei Monate nach Geburt des Kindes der Mutter, da diese in der Regel für diesen Zeitraum Mutterschaftsgeld bezieht und dieses auf das Elterngeld angerechnet wird.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Zeitraum des Bezuges von Elterngeld zu verdoppeln, jedoch werden dann auch die monatlichen Zahlungen halbiert, so dass bei beiden Varianten am Ende das gleiche Ergebnis erscheint.

Höhe des Elterngeldes

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem zuletzt bezogenen Nettogehalt (ab 2013: Bruttoeinkommen) und betrug bei seiner Einführung 67 % des Durchschnitts aus den letzten zwölf Nettoauszahlungen, jedoch höchstens 1.800 monatlich Euro.

Seit 2011 gibt es eine neuer Regelung bei der Höhe des Elterngeldes, nämlich gestaffelt nach der Höhe des durchschnittlich zuletzt bezogenen Einkommens und beträgt mindestens 65% und höchstens 1.800 Euro. Das Familienministerium hat eine stufenweise Absenkung des Elterngeldes bei höheren Einkommen durchgesetzt:

Einkommen von 0 bis 300 Euro

Grundbetrag von 300 Euro

Einkommen zwischen 300 und 1.000 Euro

Hier können Eltern bis zu 100% ihres Einkommens erhalten, da sich das Elterngeld hier ausgehend von 65% für jede 2 Euro, die 1.000 Euro unterschreiten, jeweils 0,1% erhöht wird.

Einkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro

Innerhalt dieser Gehaltsgrenzen wird ein Elterngeld in Höhe von 67% ausgezahlt.

Einkommen ab 1.200 Euro

Ausgehend von 67% wird für jede 2 Euro, die 1.200 Euro überschreiten, 0,1% des Elterngeldes reduziert. Allerdings darf die Mindestgrenze von 65% nicht unterschritten und die Höchstgrenze von 1.800 Euro nicht überschritten werden.

Hat der Antragsteller kein Einkommen vorzuweisen, so wird der Grundbetrag (Sockelbetrag) von 300 Euro ausgezahlt. Dies gilt insbesondere für Schüler/ Studenten sowie Hausfrauen etc.

Anrechnung des Elterngeldes bei Sozialleistungen

Grundsätzlich ist das Elterngeld bis zur Höhe des Sockelbetrages von 300 Euro nicht auf andere Leistungen anrechenbar. Allerdings gibt es hier seit der Neuregelung von 2011 eine Ausnahme. Beziehern von Arbeitslosengeld II/ Hartz IV bzw. Grundsicherungsleistungen wird das Elterngeld in voller Höhe auf den Bedarf angerechnet.

Beim Bezug von anderen Sozialleistungen (z.B. Kindergeld, Wohngeld etc.) bleibt das Elterngeld anrechnungsfrei.

Geschwisterbonus

Unabhängig vom Alter der Geschwisterkinder erhalten die Eltern für jeweils zwei unter dreijährige Geschwister oder drei unter sechsjährige Geschwister einen so genannten Geschwisterbonus. Dieser beträgt 10 Prozent des Elterngeldes, jedoch mindestens 75 Euro monatlich je Geschwisterkind.

Mehrlingsgeburten

Bei Mehrlingsgeburten erhalten die Eltern ab dem zweiten Mehrling einen monatlichen Bonus von 300 Euro.

Beispiel: Bei einem vor der Geburt der Kinder bezogenem Nettoeinkommen von 1.600 Euro würde dem Antragsteller ein Elterngeld in Höhe von 65%, also 1.040 Euro zustehen. Zusätzlich würde bei einer Zwillingsgeburt der Bonus von 300 Euro gewährt, damit insgesamt 1.340 Euro. Bei Drillingen wären es 1.640 Euro usw.

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letzte Aktualisierung: 16.08.2012

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