Cost Average Effect bei Fonds

Durchschnittskosteneffekt

Der Durchschnittskosteneffekt, oder engl. „Cost-Average-Effekt“ besagt im Zusammenhang mit einem Fondssparplan, dass der Anleger bei gleichbleibender monatlicher Sparleistung und fallenden Werten für die jeweiligen Fondsanteile mehr Anteile kauft. Im gleichen Zuge kann er natürlich bei steigenden Werten der Fondsanteile weniger Anteile aufnehmen.

Hier spielt der Cost Average Effekt also einen Vorteil bei fallenden Kursen auf dem Kapitalmarkt aus, da bei fallenden Kursen mehr Anteile gekauft werden und bei steigenden Kursen weniger Anteile gekauft werden. Über die Laufzeit sollten die fallenden Kurse neutralisiert werden, da in „schlechteren Zeiten“ mehr Fondsanteile gekauft wurden, die sich bei steigenden Kursen dementsprechend positiv über die Menge auswirken.

Ein Anleger, der beispielsweise 15.000 Euro zur freien Verfügung hat und sein Geld in Fonds investieren möchte, kann natürlich sein gesamtes Geld auf einen Schlag in Fonds investieren. Wer keine derartigen Ersparnisse besitzt, muss allerdings keineswegs auf den Kauf von Fonds verzichten. Er kann Monat für Monat kleinere Beträge in Fonds investieren und das im Rahmen von Fonds-Sparplänen auch als Investitionsplan etablieren. Aber selbst, wenn man eine größere Summe Geld auf einmal in Fonds investieren könnte, spricht bisweilen einiges dafür, nicht alles sofort zu investieren, womit wir wieder beim Cost Average Effekt wären.

Beispiel – Einmalinvestition und Mehrfachinvestition in Fonds

Schauen wir uns einmal Beispiele an, wie sich eine Investition in Fonds realisieren lässt.

  • Ein einzelner Anteil eines Fonds kostet in unserem Beispiel zum Zeitpunkt X 25 Euro.
  • Kauft unser Anleger zu jenem Zeitpunkt für 1.200 Euro Fondsanteile, so erwirbt er (1.200 / 25) 48 Fondsanteile.

Vielleicht entscheidet er sich auch anders und investiert jeden Monat 100 Euro. Dann hängt die Anzahl der Fondsanteile übers Jahr verteilt vom schwankenden Wert der Anteile ab.

Ein fiktives und vereinfachendes Beispiel: Wir nehmen wieder einen Fondsanteil mit einem Wert von 25 Euro zum Zeitpunkt X. In den Folgemonaten schwankt der Wert eines einzelnen Fondsanteils zwischen zwanzig und 25 Euro.

Monat Wert des Fondsanteils gekaufte Fondsanteile Gesamtwert
Januar 25,00 Euro 4 100 Euro
Februar 20,00 Euro 5 100 Euro
März 25,00 Euro 4 100 Euro
April 25,00 Euro 4 100 Euro
Mai 20,00 Euro 5 100 Euro
Juni 20,00 Euro 5 100 Euro
Juli 25,00 Euro 4 100 Euro
August 20,00 Euro 5 100 Euro
September 25,00 Euro 4 100 Euro
Oktober 20,00 Euro 5 100 Euro
November 20,00 Euro 5 100 Euro
Dezember 25,00 Euro 4 100 Euro
Summe 54 1200 Euro
Wert (im 12. Monat)
25,00 Euro 54 1350 Euro

Nutzen des Cost Average Effekt

Im oben aufgeführten Beispiel profitiert der Anleger vom so genannten Cost Average Effekt (Durchschnittskosteneffekt). Der Anleger muss sich bei kleineren Anlagen über einen längeren Zeitraum keine Gedanken um den richtigen Anlagezeitpunkt machen. In unserem Beispiel zahlt er durchschnittlich im Zeitraum von zwölf Monaten 22,22 Euro für seine 54 Anteile:

  • Er kauft 30 Anteile zu einem Preis von 20,00 Euro. Kosten: 600,00 Euro
  • Daneben kauft er 24 Anteile zu einem Preis von 25,00 Euro. Kosten: 600,00 Euro
  • Gesamtkosten (1.200 Euro) geteilt durch 54 = durchschnittlich 22,22 Euro pro Anteil.

Ausgehend vom Durchschnittspreis durch den Cost Average Effekt hat der Anleger eine Fonds Rendite von 12,51% erzielt (ohne Berücksichtigung der Fonds-Kosten).

Unterschied zum Einmalanleger

Der konstante Anleger (mit gleichbleibenden Betrag) hat also durch den Durchschnittskosteneffekt im Vergleich zum Einmalanleger das bessere Geschäft gemacht, wenn der Einmalanleger im 1. Monat investiert hätte. Dieser hätte im 1. Monat für 1.200 Euro 48 Anteile zu 25,00 Euro erworben, die im 12. Monat genauso viel wert wären, also eine Rendite von 0,00%.

Erwischt der Einmalanleger allerdings den optimalen Anlagezeitpunkt, so erhält er mehr Anteile als derjenige, der auf den Cost Average Effekt setzt. Hätte unser Anleger etwa seine 1.200 Euro im 2. Monat bei Kosten von 20,00 Euro pro Anteil investiert, so hätte er 60 Anteile erhalten (1.200 / 20,00 Euro). Im 12. Monat wären diese Anteile (60 x 25,00 Euro) 1.500 Euro wert, also eine Rendite von 25,00% (ohne Berücksichtigung der Fonds-Kosten).

Kauf der immer gleichen Menge

Vergleichen wir den Anleger, der in unserem Beispiel 12 Monate lang jeweils 100 Euro einsetzt, noch einmal: Dieses Mal mit einem Anleger, der jeden Monat vier Anteile kauft.

  • Kostet der einzelne Fondsanteil 20 Euro, so muss der Anleger für seine vier Anteile also 80 Euro bezahlen.
  • In den Monaten, in denen die Fondsanteile 25 Euro kosten, zahlt der Anleger für vier Anteile 100 Euro.
  • Im Beispiel kosten vier Anteile an insgesamt sechs Monaten 80 Euro (20 Euro pro Anteil) und an den anderen sechs Monaten 100 Euro (25 Euro pro Anteil). Der Anleger investiert also insgesamt [(6 x 80) + (6 x 100)] 1.080 Euro und hat am Ende (12 * 4) 48 Anteile.
  • Diese Anteile sind am zwölften Monat 25 Euro pro Anteil und damit 1.200 Euro wert. Der Durchschnittspreis je Fondsanteil liegt damit bei 22,50 Euro.
  • Aus der investierten Summe von 1.080 Euro sind also 1.200 Euro geworden, was einem Plus von 120 Euro oder einer Rendite von 11,11% entspricht (ohne Berücksichtigung der Fonds-Kosten).

Wir erinnern uns: Der Anleger, der pro Monat 100 Euro investiert hat, hat 54 Anteile bekommen, die im zwölften Monat (54 x 25) 1.350 Euro wert sind. Diese 1.350 Euro stehen einem investierten Betrag von 1.200 Euro gegenüber. Das Plus liegt also bei 150 Euro. Im Beispiel wäre also der gleich bleibende Anlagebetrag die bessere Variante gewesen.

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