Garantiefonds

Fonds mit Sicherheitspuffer

Wer sein Geld in Investmentfonds wie etwa in einen Aktienfonds investiert, vermehrt das eingesetzte Geld bestenfalls deutlich, wenn die Kurse der Aktien, in die der Fonds investiert hat, steigen. Durch die Aktien im Besitz des Fonds steigt dann auch das Fondsvermögen, was wiederum zu einem steigenden Wert jedes Anteils am Fonds führt. Das bedeutet: Anleger erhalten beim Verkauf ihrer Fonds mehr als den Betrag, den sie zuvor für den Kauf investiert haben. Alles ist gut! Allerdings können sich Anlageobjekte wie Aktien natürlich auch negativ entwickeln und an Wert verlieren. Damit senken sie das Fondsvermögen und zugleich den Wert jedes einzelnen Anteils. Der Anleger verliert Geld, statt welches zu gewinnen. Garantiefonds geben Anlegern mehr Sicherheit.

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Sie garantieren dem Anleger beispielsweise, dass er das gesamte von ihm investierte Geld bei Rückgabe seiner Fonds an die Fondsgesellschaft zurückbekommt: unabhängig davon, wie sich das Fondsvermögen entwickelt hat.

Funktionsweise eines Garantiefonds

Zur Veranschaulichung ein vereinfachendes Beispiel (ohne Berücksichtigung von Kosten bei Fonds):

  • Anleger „A“ kauft für 10.000 Euro 100 Anteile des Garantiefonds „B“, der in Aktien investiert. Jeder Anteil ist also 100 Euro wert (100 x 100 = 10.000 Euro).
  • Insgesamt gibt der Fonds 1 Million Anteile á 100 Euro aus, sammelt damit also 100 Millionen Euro ein und investiert sie in Aktien, die allerdings nach einem Jahr durchschnittlich um 2 Prozent im Wert verlieren.
  • Das Fondsvermögen schrumpft dadurch auf (100 Millionen – 2% von 100 Millionen) 98 Millionen. Jeder der 1 Million Anteile wäre damit nur noch 98 Euro wert (98 Millionen Euro Fondsvermögen / eine Million Anteile = 98 Euro). Unser Anleger A hätte also 10.000 Euro investiert und würde nur noch 9.800 Euro zurückerhalten (100 Anteile * 98 Euro).
  • Der Garantiefonds hat ihm allerdings die Garantie gegeben, dass er seine investierte Summe komplett zurückerhält, wenn er die Fondsanteile zurückgibt. Trotz des Wertverlustes seiner Fonds erhält er also die 10.000 Euro, die er anfangs investiert hat.

Für den Garantiefonds ist so etwas natürlich ein schlechtes Geschäft. Deshalb gibt es wohl definitiv keinen offenen Garantiefonds, der alleine in Aktien investiert. Vielmehr mischen solche Fonds ihre Investition in der Regel: Sie investieren etwa einen Teil der Anlegergelder in Aktienfonds, die höhere Renditen versprechen, aber auch ein höheres Risiko bieten. Einen anderen Teil der Anlegergelder stecken sie in als sicherer geltende Rentenfonds, die allerdings weniger Rendite bieten.

Garantiefonds, Garantien und andere Garantien

Auf dem Finanzmarkt werden sowohl einige offene Investmentfonds als auch einige geschlossene Fonds in einer Garantiefonds-Variante angeboten. Die jeweils gegebenen Garantien sind dabei unterschiedlich:

  • So kann ein Garantiefonds dem Anleger – wie oben geschildert – die volle Rückgabe seines investierten Kapitals garantieren. Möglich sind aber auch Garantiefonds, die beispielsweise nur 90 oder 80 Prozent des eingesetzten Kapitals garantieren. Das bedeutet etwa bei der Garantie mit 90 Prozent: Wer Fonds im Wert von 10.000 Euro kauft, erhält selbst bei deutlichen Wertverlusten des Garantiefonds zumindest 9.000 Euro zurück.
  • Eine andere Variante der Garantie ist die so genannte Höchststandsicherung, bei der die Garantie regelmäßig überprüft und gegebenenfalls verbessert wird. Ist das Fondsvermögen bis zum Überprüfungstermin auf eine zuvor definierte Marke gestiegen, wird die Garantie angehoben.

Garantiefonds mit Höchsstandgarantie

Wir nehmen wiederum einen Garantiefonds, der 1 Million Anteile zu je 100 Euro ausgegeben hat und dadurch ein Fondsvermögen von 100 Millionen Euro besitzt. Die Garantie lautet: Jeder Anleger bekommt garantiert das von ihm investierte Geld zurück. Einen Teil des Vermögens investiert der Fonds nun in Aktien. Durch Kursanstiege bei den Aktien steigt der Wert  des Fondsvermögens nun auf 110 Millionen und jeder einzelne Anteil ist 110 Euro wert. Nun gibt der Fonds seinen Anlegern eine neue Garantie. Er garantiert den Anlegern fortan, dass sie mindestens 110 Euro pro Fonds bekommen. Solch eine Garantie nennt man Höchststandgarantie.

Wann gilt die Garantie bei Garantiefonds?

Die Garantie eines Garantiefonds gilt in der Regel nicht jederzeit. Auch bei offenen Investmentfonds ist es häufig so, dass die Garantie nur zu vorgegebenen Rückgabezeiten gilt, beispielsweise einmal im Jahr. Gibt der Anleger seine Fonds vorher oder nachher zurück an die Kapitalanlagegesellschaft, die den Fonds initiiert hat, gilt die Garantie NICHT. Das bedeutet: Ist ein ursprünglich für 100 Euro gekaufter Fonds zu diesem Zeitpunkt nur 97 Euro wert, erhält er auch nur 97 Euro, selbst wenn der Garantiefonds die Rückgabe der vollen Anlagesumme verspricht.

Garantien bei geschlossenen Fonds gelten in der Regel sogar nur nach Ablauf der vereinbarten Anlagezeit, die bisweilen viele Jahre dauert.

Nachteil von Garantiefonds

Die Zeitschrift „Zeit“ hat die Garantiefonds einmal Renditekiller genannt. Völlig Unrecht hat sie damit nicht. Große Sicherheit und Chance auf hohe Renditen sind auf dem Finanzmarkt praktisch unmöglich. Bisweilen wird Anlegern auch empfohlen, statt in einen Garantiefonds selbst in einen Mix aus Aktien und festverzinslichen Wertpapieren zu investieren, weil das mehr Erfolg verspricht. Wie so häufig scheiden sich die Geister: auch bei Garantiefonds. Einen Blick wert sind sie auf jeden Fall.

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