Geldmarktfonds

auf dem Finanzmarkt für Banken investieren

Für den Laien mag der Begriff „Geldmarktfonds“ erst einmal so klingen, als würde dieser Fonds in Devisengeschäfte investieren, also etwa US-Dollar mit Euro kaufen, um durch einen stärker werdenden Dollar anschließend beim Tausch US-Dollar/Euro zu verdienen. Dem ist allerdings nicht so. Der so genannte Geldmarkt ist der Finanzmarkt, auf dem sich etwa Banken und andere größere Organisationen untereinander kurzfristig Geld leihen. Normalerweise ist dieser Markt für Privatanleger gesperrt; Geldmarktfonds eröffnen ihnen jedoch die Möglichkeit, von Geschäften auf dem Geldmarkt zu profitieren. Sie eignen sich durchaus auch für kurzfristige Anlagen.

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Ein paar Worte zum Geldmarkt

Um Geldmarktfonds besser zu verstehen, sollte man sich zunächst einmal etwas mit dem Geldmarkt beschäftigen. Im engeren Sinne beschreibt der Begriff Geldmarkt nur den Markt für kurzfristige Kredite von Banken inklusive der Bundesbank untereinander. Nutzt man den Begriff im weiteren Sinne, sind auch große Unternehmen, Banken und Versicherungen Akteure des Geldmarkts. Sie haben immer wieder kurzfristigen Geldbedarf, den sie nicht alleine über eigene Mittel decken können oder wollen. Dann besorgen sie sich auf dem Geldmarkt Geld von anderen großen Organisationen, die als Kreditgeber fungieren.

Es gibt diverse Arten von Geschäften auf dem Geldmarkt, so beispielsweise:

Tages- und Termingeld:

Tages- und Termingelder sind die direkteste Variante des Leihens und Verleihens von Geld zwischen großen Unternehmen. Tagesgeld auf dem Geldmarkt bedeutet, dass Organisation „A“ der Organisation „B“ genau einen Tag lang Geld leiht und die Summe anschließend inklusive Zinsen zurückerhält. Dasselbe geschieht beim Termingeld, allerdings übersteigt die Zeitspanne zwischen Verleih und Rückgabe des Kredites mitsamt Zinsen einen Tag.

Geldmarktpapiere

Geldmarktpapiere sind kurzfristig laufende Wertpapiere. Sie haben in der Regel eine kurze Restlaufzeit und bieten feste Zinsen. Der Nominalbetrag (Wertpapier-Wert) des Wertpapiers wird am Ende der Laufzeit ausbezahlt.

Auf dem Geldmarkt wird nicht mit kleinen Beträgen gehandelt. Im Allgemeinen liegt der Mindestbetrag bei 1 Million Euro. Geldmarktfonds haben solche Summen von ihren Anlegern eingesammelt und können dadurch als Akteure auf dem Geldmarkt agieren.

Wie funktionieren Geldmarktfonds

Im Prinzip funktionieren Geldmarktfonds wie andere offene Investmentfonds auch: Sie geben Anteile aus, die von Anlegern erworben werden. Durch die Geschäfte auf dem Geldmarkt versuchen sie aus dem Geld der Anleger mehr Geld zu machen. Wenn das gelingt, steigt das vom Fonds verwaltete Vermögen und damit auch der Wert jedes Anteils am Geldmarktfonds. Die mögliche Rendite bei Geldmarktfonds ist im Allgemeinen allerdings geringer als etwa bei Aktienfonds, dafür gilt auch das Verlustrisiko für den Anleger als relativ gering.

[message_box title=“Achtung“ color=“red“]Auch Geldmarktfonds litten im Zuge der Finanzkrise und erwirtschafteten statt Rendite Verluste. Im Oktober 2007 bescheinigte etwa das Magazin Focus vielen Geldmarktfonds „erbärmliche“ Resultate. 2009 berichtete die Stiftung Warentest von Schwierigkeiten einiger Geldmarktfonds, die in Anleihen isländischer Banken investiert hatten. Durch die Verstaatlichung dieser Banken verloren die Anleihen praktisch ihren gesamten Wert.[/message_box]

Anleger sollten daher auch bei Geldmarktfonds nicht auf den Blick auf die vergangene Entwicklung des Fonds verzichten. Das gibt zumindest Anzeichen dafür, wie sich der Geldmarktfonds zukünftig weiter entwickelt könnte. Die Anlage in einen guten Geldmarktfonds eignet sich für Privatanleger beispielsweise als kurzfristige Geldanlage und damit als mögliche Alternative zu Tagesgeldkonten sehr gut, um zeitweise Geld Gewinn bringend zu parken.

Geldmarktfonds und ihre Unterarten

Was wir bisher vorgestellt haben, waren reine Geldmarktfonds. Sie investieren ausschließlich in Geldmarktpapiere, Termingelder und kurzfristig laufende Wertpapiere. Daneben gibt es auch Varianten, die nur einen Teil der Anlegergelder im Geldmarkt anlegen.

Cash Fonds

Cash Fonds investieren den überwiegenden Teil des eingesammelten Fondsvermögens in den Geldmarkt (mindestens 75%), der Rest des Geldes fließt etwa in festverzinsliche Wertpapiere, die auch längere Laufzeiten haben können.

Geldmarktnahe Fonds

Geldmarktnahe Fonds investieren maximal 49 Prozent in den Geldmarkt, während das restliche Geld beispielsweise in festverzinsliche Wertpapiere fließt.

Synthetische Geldmarktfonds

Synthetische Geldmarktfonds haben mit den reinen Geldmarktfonds gar nicht mehr so viel zu tun. Sie investieren wie Rentenfonds in Rentenpapiere, daneben können Geldmarkttitel und andere Wertpapiere zugemischt werden.

Kosten bei Geldmarktfonds

Die mögliche Rendite bei Geldmarktfonds ist im Vergleich etwa zu Aktienfonds nicht hoch, da sie relativ hohe Sicherheit bieten und „hohe Sicherheit UND hohe Rendite zugleich“ auf dem Finanzmarkt nahezu unmöglich ist. Bei Anlagen mit nicht ganz so hoher Rendite sollten Anleger ganz besonders auf die Kosten achten. Hohe Kosten würden die ohnehin überschaubare Rendite nochmals deutlich reduzieren.

Viele Geldmarktfonds verzichten daher auf typische Kosten von Investmentfonds wie den Ausgabeaufschlag.

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