Immobilienfonds

Investieren in Immobilienprojekte

Bisweilen werden Immobilien als Betongold bezeichnet. Sie galten lange Zeit als besonders Gewinn bringende und sichere Geldanlage. Dann kam die Finanzkrise und bedeutete auch für offene Immobilienfonds eine Krise. Eine Reihe von Fonds wurde eingefroren. Eingefrorene Fonds nehmen die Anteile von Anlegern eine Zeit lang nicht zurück. Ein eingefrorener Fonds bedeutet für den Anleger also: Er kann seine Anteile am Fonds vorübergehend nicht – wie sonst bei offenen Immobilienfonds üblich – durch Rückgabe in Geld umwandeln.

Die Krise weckte Skepsis, aber mittlerweile erobern offene Immobilienfonds langsam wieder das Anlegervertrauen zurück.

Offene und geschlossene Immobilienfonds

Beim Blick auf Immobilienfonds wird man zunächst zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds unterscheiden müssen. Die Unterschiede gleichen denen zwischen offenen Investmentfonds und geschlossenen Fonds im Allgemeinen. Hier soll nur ein Unterschied erwähnt werden. Offene Immobilienfonds investieren Gelder der Anleger in diverse Immobilien, während ein geschlossener Immobilienfonds meistens Gelder zum Kauf einer einzelnen Immobilie einsammelt.

Deutsche offene Immobilienfonds können neben einer Investition in Immobilien beispielsweise auch in Beteiligungen an Immobilien-Unternehmen, in Aktien von Immobilien-Aktiengesellschaften oder in Wertpapiere investieren. Es ist für einen Anleger daher sinnvoll, sich vor einem möglichen Kauf eines Fonds darüber zu informieren, in welche Anlageobjekte der Fonds das von ihm gesammelte Geld steckt.

Rendite bei Immobilienfonds

Der Wert von Immobilien bleibt natürlich nicht über viele Jahre gleich, er verändert sich und bestenfalls steigt er: etwa durch langfristige attraktive Mieter oder durch eine verbesserte Infrastruktur im Umfeld der Immobilie. Bei einer Wertsteigerung einer Immobilie im Vermögen eines Fonds steigt auch der Wert jedes Fondsanteils. Gut für die Anleger. Das Fondsvermögen mehrt sich zudem beispielsweise durch Mieteinnahmen oder durch Zinszahlungen bei einer Anlage in festverzinsliche Wertpapiere.

Durchschnittsrendite

2007 erwirtschafteten deutsche offene Immobilienfonds eine durchschnittliche Rendite von 5,7 Prozent, 2008 waren es noch 4,7 Prozent und 2009 aufgrund der Auswirkungen der Finanzkrise nur noch zwei Prozent. Wie sich die Fonds in Zukunft entwickeln werden, weiß niemand genau. Der Blick auf Durchschnittswerte ersetzt natürlich nicht den Blick auf die Renditeentwicklung individueller offener Immobilienfonds, die sich teils sehr unterschiedlich entwickeln.

In welche Immobilien investieren Immobilienfonds?

Wie manche Aktienfonds auch, unterwerfen sich auch manche Immobilienfonds zusätzlicher Beschränkungen bei der Auswahl ihrer Anlageobjekte. Eins ist allerdings vielen der Fonds gemeinsam: Die meisten offenen Immobilienfonds investieren in Gewebeimmobilien.

  • Einige Immobilienfonds kaufen schwerpunktmäßig Immobilien in Deutschland, andere sind europaweit, wiederum andere weltweit aktiv. Für eine kluge Auswahl eines regional eingeschränkten Fonds sollten Anleger Informationen zu den jeweiligen Immobilienmärkten einholen. Zusätzlich ist ein Blick auf den Verkaufsprospekt des Fonds und auf die Renditeentwicklung von interessanten Fonds in der Vergangenheit informativ.
  • Manche Immobilienfonds beschränkten sich auch in der Auswahl der Immobilienklasse, in die investiert wird. Sie investieren beispielsweise ausschließlich in Logistik-Immobilien oder aber in Einzelhandelsimmobilien. Anleger werden in Immobilienfonds mit derartigen Schwerpunkten investieren, wenn sie einen dieser Immobilien-Teilmärkte für besonders aussichtsreich halten.

Natürlich sind auch kombinierte Anlagestrategien offener Immobilienfonds möglich, wenn solch ein Fonds beispielsweise ausschließlich in Einzelhandelsimmobilien in Deutschland und Österreich investiert.

Offene Immobilienfonds – neue Regelungen

Offene Immobilienfonds wurden im Verlauf der Finanzkrise unter anderem deshalb eingefroren, nahmen also keine Anteile von Anlegern zurück, weil eine Rückgabe im großen Stil gefürchtet wurde. Möchten zu viele Anleger ihr Geld auf einmal zurück, geraten Fonds in Bedrängnis, weil sie innerhalb kurzer Zeit viel Geld bereitstellen müssen und das nicht immer können. Letztlich ist dann die Existenz des gesamten Fonds gefährdet, weshalb die Möglichkeit des Einfrierens besteht.

Um dieses letzte Mittel des Schutzes zukünftig öfter verhindern zu können, hat der Bundestag im Februar 2011 neue Regeln für den Anlegerschutz beschlossen, die auch Auswirkungen auf Großanleger in offene Immobilienfonds haben:

Wer Anteile an offenen Immobilienfonds kauft, muss sie grundsätzlich zukünftig zwei Jahre lang behalten, ehe er sie zurückgeben kann. Zudem gilt anschließend eine zwölfmonatige Kündigungsfrist. Kleinanleger sind allerdings in nur geringem Maße betroffen, da weiterhin – unabhängig von allen Fristen – pro Halbjahr Fonds-Anteile im Wert von bis zu 30.000 Euro zurückgegeben werden dürfen.

Wertpapierdepot Vergleich:

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Diese Cookies sind sicher und speichern keine persönlichen Daten über Sie ab. Mit der Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzinfo
OK