Medienfonds

Medienprojekte als Geldanlage

Medienfonds gehören zur Klasse der geschlossenen Fonds. Sie sammeln in der Regel Gelder für ein bestimmtes Medienprojekt oder unterschiedliche Projekte bei Anlegern ein, bis die erforderliche Summe zusammengekommen ist. Dann wird der Fonds geschlossen, Er gibt keine Anteile mehr aus und sammelt keine Gelder mehr ein. Das jeweilige Medienprojekt, beispielsweise ein Kinofilm, wird finanziert. Der Medienfonds und damit seine Anleger profitieren anschließend von den Einnahmen, die durch das jeweilige Medium erzielt werden. Soweit, so gut!

Arten von Medienfonds

Filmfonds werden etwa mit dem Ziel etabliert, eine bestimmte Filmproduktion finanziell zu unterstützen. Filmfonds können aber auch als so genannte Blind Pool Fonds sein. Dann weiß der Anleger vorab nicht genau, in welche Filmproduktion das Fondsvermögen investiert wird. Und möglicherweise dienen Medienfonds auch ausschließlich dazu, Filmrechte zu erwerben, ohne die Filmproduktion zu unterstützen. Potenzielle Anleger sollten sich vorab gut erkundigen, in was sie eigentlich investieren.

Darüber hinaus gilt: Medienfonds sind nicht nur Filmfonds. Als Medienfonds werden beispielsweise auch Beteiligungen an der Produktion von Games (Computer- oder Konsolenspielen) angeboten. Das Prinzip ist dasselbe. Der Fonds trägt zur Finanzierung des jeweiligen Projekts bei, die Anteilseigner profitieren dafür von den Erlösen.

Chancen und Risiken

Medienfonds wie etwa Filmfonds können ohne Zweifel hohe Chancen bieten. Unterstützt ein Medienfonds etwa eine Kinofilm-Produktion finanziell, profitiert er oftmals nicht alleine vom an Kinokassen eingespielten Geld. Er erhält auch Geld aus verkauften TV-Rechten, aus dem Merchandising, also dem Verkauf von Produkten, die mit dem Film durch Design etc. in Verbindung stehen, sowie aus anderen mit dem Film mittelbar erzielten Umsätzen.

Bei Filmen wie der „Herr der Ringe“ – Trilogie wird das bisweilen zu einem ausgesprochen guten Geschäft. Aber natürlich gibt es bei Medienfonds auch ein nicht unerhebliches Risiko, weil etwa bei Kinofilmen letztlich niemand vorhersehen kann, ob sie sich zum Blogbuster oder zum Totalflop entwickeln.

  • Hätte ein Medienfonds beispielsweise einen preiswert produzierten Film wie „Blairwitch Project“ finanziert, der anschließend verhältnismäßig viel Geld eingespielt hat, wäre der Medienfonds vielleicht zur lukrativen Sache geworden.
  • Andere Filme hatten gute Voraussetzungen für Kinoerfolge wie etwa „Catwoman“ mit Halle Berry und sie floppten doch. Jeder Medienfonds, der sich hier an einer Finanzierung beteiligt hätte, hätte ein schlechtes Geschäft gemacht.

Generell gilt bei einer Beteiligung an einem Medienfonds: Für Kleinanleger sind Medienfonds eher nicht geeignet, da – wie bei den meisten geschlossenen Fonds üblich – größere Beträge (z.B. ab 5.000 oder 10.000 Euro) als Mindestanlage vorgegeben werden.

Der Flop der Steuersparmodelle

Es gab Zeiten, da überwogen Nachrichten über schlechte Geschäfte. Medienfonds investierten etwa in den 90er Jahren und auch noch nach der Jahrtausendwende in oftmals zweitklassige Hollywood-Produktionen, die keine großen Chancen auf gute Renditen erwarten ließen. In Los Angeles bürgerte sich zeitweise der Begriff vom „Stupid German Money“ ein. Aber einer Reihe von Anlegern ging es auch gar nicht um hohe Renditen, sondern um vorteilhafte Steuerabschreibungen.

Wer in einen Filmfonds investierte, konnte die gesamten Investitionen einst als Verlust von der Steuer abschreiben, was die aktuell zu zahlende Steuerlast minderte. Das Finanzamt schob dem allerdings einen Riegel vor und verlangte von Anlegern anschließend teils Steuernachzahlungen für mehrere Jahre. Als Steuersparmodell haben Medienfonds seither ausgedient. Was als möglicher Grund für eine Beteiligung an solchen Fonds bleibt, ist eine eventuell attraktive Rendite.

Kleines Fazit zu Medienfonds

Medienfonds existieren nach wie vor, auch im Bereich der Film- und TV-Produktionen. Ein Unternehmen wie die „deutsche zeichentrick (dzt)“ finanziert etwa die Produktion von Zeichentrickfilmen und Games über Beteiligungen. Eine Investition in Medienfonds kann sich lohnen. Allerdings sollte man als Anleger möglichst nur soviel Geld investieren, dass sich auch Verluste verschmerzen lassen.

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