Offene Fonds

unbegrenztes Fondsvolumen

Beim Begriff „Offene Investmentfonds“ handelt es sich um einen Sammelbegriff. Das bedeutet: Es gibt viele verschiedene Offene Investmentfonds, bei denen man sich als möglicher Anleger für eine Beteiligung entscheiden kann. Immobilienfonds, Aktienfonds, Dachfonds, Hedgefonds sind nur einige Beispiele. Als potenzieller Anleger sollte man erst einmal Überblick über das Angebot auf dem Markt gewinnen, um sich anschließend für eine Investition zu entscheiden.

Vor dem Blick auf die einzelnen Arten der Offenen Investmentfonds soll aber zunächst nochmals der Blick auf das Grundprinzip dieser Fonds vorangestellt werden: Bildlich gesehen sind offene Investmentfonds große und von Kapitalanlagegesellschaften aufgestellte Töpfe, in die Anleger Geld werfen. Für ihr investiertes Geld erhalten die Anleger Fondsanteile. Das gesammelte Geld wird dann von der Anlagegesellschaft im Rahmen verbindlicher Vorgaben in Anlageobjekte wie beispielsweise in Aktien, Rentenpapiere oder Immobilien investiert.

Verbindliche Vorgaben bedeutet: Ein Immobilienfonds muss das gesammelte Geld definitiv in Immobilien investieren und darf nicht mit einem Mal in Aktien investieren. Steigt der Wert der Anlageobjekte, etwa der Immobilien, in die der Fonds investiert hat, dann steigt dadurch auch der Wert der Fondsanteile. Sie sind für den Anleger wertvoller geworden und er kann sie teurer verkaufen, als er sie zuvor gekauft hat. Mehr zu den Funktionsprinzipien von Investmentfonds gibt es im Basisartikel zum Thema.

Unterteilung von Fonds nach unterschiedlichen Kriterien

Unterschiede zwischen den verschiedenen Fonds zeigen sich beispielsweise in der Art der Anlageobjekte, in die sie investieren, und in der Auswahl dieser Objekte. Offene Immobilienfonds sind da anders als offene Aktienfonds. Hedgefonds sind spezielle Fonds, Dachfonds ebenso. Sie alle können zu den Offenen Investmentfonds gehören und folgen dem oben skizzierten Grundprinzip. Darüber hinaus überwiegen allerdings die Unterschiede. Unterteilen lassen sich Offene Investmentfonds anhand von Kriterien, die hier einmal näher betrachtet werden sollen:

Unterteilung nach Anlagegruppen

Hier lassen sich beispielsweise bereits erwähnte Anlageobjekte wie Aktien, Rentenpapiere, Immobilien, Währungen und Rohstoffe sowie die dazu passenden Fonds unterscheiden: also Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds, Währungsfonds und Rohstofffonds.

Spezielle Investmentfonds sind Dachfonds, die in andere Fonds investieren. Das bedeutet: Sie erwerben Anteile verschiedener Einzelfonds. Spezielle Fonds sind auch so genannte Mischfonds, die in unterschiedliche Anlagegruppen investieren, etwa in Rentenpapiere und Aktien. Ihre Bindung an eine Gruppe von Anlageobjekten ist also weniger stark als bei Immobilien- oder Aktienfonds.

Aktienfonds lassen sich beispielsweise weiter unterteilen. Manche kaufen vom Geld der Anleger etwa nur Aktien aus einer bestimmten Branche (z.B. IT), andere lassen beispielsweise ökologische oder ethische Kriterien in die Auswahl der Aktien einfließen und wiederum andere setzen ausschließlich auf Aktien von Unternehmen einer bestimmten Region.

Regionale Unterteilung

Wie bereits bei den Aktienfonds erwähnt, investieren einige Investmentfonds ausschließlich in Anlageobjekte aus bestimmten Regionen, Asienfonds etwa in Anlageobjekte im asiatischen Raum. Neben einigen Aktienfonds verfährt auch manch ein Offener Immobilienfonds so und investiert die angelegten Gelder beispielsweise ausschließlich in Einzelhandelsimmobilien im asiatischen Raum.

Unterteilung nach Fondsmanagement

Hier lassen sich aktiv gemanagte Fonds von Indexfonds unterscheiden. Die Auswahl der im Rahmen der Fondsausrichtung (z.B. Aktien, Immobilien) möglichen Anlageobjekte liegt beim aktiv gemanagten Fonds bei Fondsmanagern, Sie entscheiden beispielsweise bei einem Aktienfonds anhand eigener Einschätzungen und eigenen Know-hows, welche Aktien der Fonds tatsächlich mit den angelegten Geldern kauft. Bei Indexfonds funktioniert die Sache anders:

Indexfonds bilden einen Aktienindex wie beispielsweise den DAX möglichst originalgetreu nach. Den Begriff „DAX“ hat wohl jeder schon einmal gehört. Der DAX liefert eine Kennzahl für die Kursentwicklung von Aktien der dreißig umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland. Der Indexwert lag etwa am zehnten Dezember 2010 bei 7.006,17 Punkten. Die dreißig Unternehmen tragen unterschiedlich stark zur Berechnung dieses Indexwertes bei. Das bedeutet dann etwa: Die im Wert steigende Aktie des Unternehmens Adidas lässt den DAX Indexwert weniger nach oben schnellen als die um denselben Wert steigende Aktie des Unternehmens Allianz. Ein sich am DAX orientierender Indexfonds wird Aktien genau der dreißig umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland kaufen, die am Zustandekommen des DAX beteiligt sind. Die Menge der eingekauften Aktien der einzelnen Unternehmen orientiert sich dann daran, wie sehr sie jeweils zum Wert des DAX beitragen. Mehr zu den Indexfonds.

Unterteilung nach Anlagesicherheit und Renditechance

Auch bei Investmentfonds gilt der alte Grundsatz, dass höhere Renditechancen auch ein höheres Risiko bedeuten. Hedgefonds sind beispielsweise Fonds, die in unterschiedlichste Anlageobjekte investieren und bei denen in der Regel eine möglichst hohe Rendite im Vordergrund steht. Das bedeutet dann allerdings auch ein gesteigertes Risiko, dass etwa spekulative Geschäfte nicht wie erwartet funktionieren. In Deutschland dürfen seit 2004 Anteile von Dach-Hedgefonds vertrieben werden. Das Vermögen des Dach-Hedgefonds besteht aus Anteilen an verschiedenen Hedgefonds. Auch, wenn Hedgefonds als sehr spekulative und damit risikoreiche Fonds gelten, gibt es durchaus Garantiefonds unter den Hedgefonds. Garantiefonds geben dem Anleger irgendeine Art von Garantie: Sie garantieren ihm beispielsweise, dass er am Ende der Fonds-Laufzeit zumindest sein angelegtes Geld zurückerhält, wie immer sich der Fonds entwickelt hat.

Hedgefonds markieren den einen Pol der Sicherheitsskala. Auf der anderen Seite der Skala stehen etwa Rentenfonds, die ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie etwa Staatsanleihen investieren. Sie gelten als relativ sicher.

Allerdings können Staatskrisen wie die von Griechenland und Irland im Jahr 2010 auch Anteile an Rentenfonds zu Geldanlagen machen, die Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Letztlich gilt: In Bezug auf Anlagesicherheit wird man sich jeden einzelnen Fonds gesondert ansehen müssen. Alleine auf pauschale Aussagen zu verschiedenen Fondsgruppen sollte man nicht setzen.

Unterteilung nach Anlagedauer

Unterschiedliche Investmentfonds tendieren zu unterschiedlichen Zeiträumen, in denen sie ein Anlageobjekt halten. Geldmarktfonds investieren beispielsweise in kurzfristige Wertpapiere, mit deren Hilfe sich beispielsweise Banken Gelder beschaffen. Ihr Anlagehorizont ist kurz. Im Gegensatz dazu stehen etwa Offene Immobilienfonds: Die Investition in Immobilien ist eher langfristig ausgelegt. Auch die Investmentfonds kann man übrigens anhand des Kriteriums „Zeit“ kategorisieren. Viele Fonds laufen ohne zeitliche Begrenzung, es wird also nirgends festgelegt, dass der Investmentfonds zum Zeitpunkt X aufgelöst wird. Im Unterschied dazu gibt es Laufzeitfonds. Sie existieren nur für eine vorab bestimmte Dauer und lösen sich anschließend auf. Die Anteilseigner erhalten dann den Wert ihrer Anteile ausbezahlt.

Thesaurierende und ausschüttende Fonds

Der Unterschied zwischen diesen beiden Fonds-Varianten wird bei der Fonds-Rendite ausführlicher erläutert.

Auswahl von Investmentfonds

Alle vorab genannten Kriterien zur Unterscheidung bei Offenen Investmentfonds können bei der Entscheidung eines Anlegers, in welchen Fonds er nun investiert, eine Rolle spielen. Schätzt man etwa die Stärke asiatischer Unternehmen besonders hoch ein, so legt man sein Geld eventuell in einen Asienfonds an. Wer nach besonders hoher Rendite schielt, wählt vielleicht einen Dach-Hedgefonds für seine Investition und wer nicht aufs Können aktiver Fondsmanager setzen möchte, entscheidet sich für einen Indexfonds. Pauschal lässt sich die Frage kaum beantworten, in welchen Fonds Anleger investieren sollen. Jeder Anleger wird beispielsweise selbst entscheiden, ob er mehr auf Sicherheit bei geringerer Rendite oder auf höheres Risiko bei größeren Renditechancen setzt. Man kann sich allerdings bei jedem einzelnen Offenen Investmentfonds verschiedene Kriterien ansehen, die die Auswahl beeinflussen können.

  • So genannte Rating-Agenturen wie etwa Moody’s oder Morningstar bewerten beispielsweise die vergangene Entwicklung von Fonds und gruppieren sie in einzelne Kategorien. Die Agentur „Morningstar“ vergibt etwa einen bis zu fünf Sterne für Fonds und berücksichtigt dabei Kriterien wie die Wertentwicklung des Fonds und damit auch der Fondsanteile, aber auch Risiken und Kosten für einen Anleger bei einer Geldanlage in den jeweiligen Investmentfonds. Statistische Daten des Bundesverbandes Investment und Asset Management können private Anleger ebenfalls bei der Auswahl passender Fonds für eine Geldanlage unterstützen. Aber Achtung: Letztlich beziehen sich die Bewertungen nur auf die Vergangenheit und lassen nur bedingt Prognosen für die Zukunft zu.
  • Bei Investmentsfonds in der engeren Auswahl sollten potenzielle Anleger zusätzlich auf die von der Fondsgesellschaft herausgegebenen Berichte über den jeweiligen Fonds achten. Die Gesellschaften sind bei Publikumsfonds dazu verpflichtet, einen Verkaufsprospekt zu erstellen. Bisweilen werden auch eine vereinfachte und eine ausführlichere Fassung vorgegeben. Gemeinsam mit den wiederkehrenden Fondsberichten gibt die Verkaufsbroschüre ein gutes Bild vom jeweiligen Investmentfonds.
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