Rendite bei Fonds

ausschüttende und thesaurierende Fonds

Anleger mit Fonds haben im Allgemeinen die Intention, mit ihrem angelegten Geld mehr Geld zu gewinnen. Die Differenz aus dem Geld, das man beim Verkauf der Fonds bekommt, und dem anfangs eingesetzten Geld nennt sich Rendite. Je größer sie ist, desto mehr hat sich die Investition in Fonds gelohnt. Die zu erwartende Rendite bei einem Fonds ist also ein wichtiges, oftmals das wichtigste Kriterium, sich für oder gegen den Kauf eines Fonds zu entscheiden. Das Problem dabei: Anders als bei festverzinslichen Wertpapieren ist nicht im Voraus exakt kalkulierbar, was man verdient.

Rendite von Fonds – ein vereinfachtes Beispiel

Die Rendite bei Offenen Investmentfonds ist vor allem von der Wertentwicklung der Anlageobjekte abhängig, in die der Investmentfonds investiert hat. Ein kleines und vereinfachtes Beispiel ohne Berücksichtigung der Kosten, die bei Fonds anfallen, soll das deutlich machen:

  • Ein offener Immobilienfonds hat in Immobilien im Wert von 1.000.000.000 Euro investiert und insgesamt 10.000.000 Anteile ausgegeben. Um das Beispiel weiter einfach zu halten, ist die in Immobilien investierte Milliarde Euro das gesamte Fondsvermögen (keine Finanzreserve). Ein Anteil hat dann den Wert von 1.000.000.000  : 10.000.000 = 100 Euro.
  • Nach einem Jahr ist der Wert der Immobilien auf 1.100.000.000 Euro angewachsen, wobei es weiterhin 10.000.000 Anteile gibt. Ein einzelner Anteil hat dann den Wert 1.100.000.000 : 10.000.000 = 110 Euro.

Die Rendite wird oft in Prozent ausgedrückt. Bei einem Anstieg des Fondsvermögens von einer auf 1,1 Milliarde Euro innerhalb eines Jahres, läge die Rendite bei 10%:

  • Anfangsvermögen: 1.000.000.000
  • Endvermögen: 1.100.000.000

Fonds Rendite Berechnung

Aber Achtung: Das hier aufgeführte Beispiel ist — wie bereits geschildert — extrem vereinfacht. Um die tatsächliche Rendite von Fonds zu berechnen, müssen die bei Fonds anfallenden Kosten berücksichtigt werden.

Beispiele für Fonds Rendite mit berücksichtigten Kosten

Bei der auch Kosten berücksichtigenden Berechnung der Rendite eines Fonds muss man zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Fonds unterscheiden. Die beiden Fonds-Varianten unterscheiden sich beim Umgang mit erzielten Erträgen. Während ein ausschüttender Gewinn Wertzuwächse regelmäßig an den Anleger auszahlt, werden diese Zuwächse bei thesaurierenden Fonds für den Anleger wieder investiert. Beispiel für einen Aktienfonds mit:

  • einem angelegten Betrag von 15.000 Euro.
  • 2,5 Prozent Ausgabeaufschlag.
  • jährlichen Verwaltungsgebühren in Höhe von 0,5 Prozent.
  • einem jährlichen Anstieg der Aktienkurse um 6 Prozent.

Der Anleger investiert also 15.000 Euro. In diesem Geld sind die 2,5 Prozent Ausgabeaufschlag bereits enthalten. Das bedeutet: Die 15.000 Euro entsprechen 102,5 Prozent der Summe, die tatsächlich in Fondsanteile investiert wird. Investiertes Geld (100%) + Ausgabeaufschlag (2,5%) = 102,5 Prozent.

  • Der Ausgabeaufschlag beträgt daher 15.000€ / 102,5 x 2,5 = 365,86 €.
  • Daher kauft der Anleger mit 15.000€ Fondanteile im Wert von 14.634,14 € (15.000 € – 365,86 €).
  • Der Wertzuwachs der Aktien, in die der Fonds investiert hat, beträgt 6 Prozent.
  • Daraus ergibt sich eine Wertsteigerung des investierten Geldes von 14.634,14 € x 6% = 878,01 €.
  • Bei einem ausschüttenden Investmentfonds wird nun die Verwaltungsgebühr von 0,5 Prozent abgezogen (14.634,14 x 0,5% = 73,17€). Ausgezahlt wird dann ein Betrag von  878,01 € – 73,17€ = 804,84 €.

Berechnung bei thesaurierenden Fonds

Die Rechenschritte sind bei einem thesaurierenden Investmentfonds genau gleich. Allerdings wird der Ertrag von 804,84 € nicht an den Anleger ausbezahlt, sondern für den Anleger erneut im Fonds angelegt. Statt 14.634,14€ hat er nun also (14.634,14 € + 804,84 €) 15.440,98 € in den Investmentfonds investiert. Bei einem ausschüttenden Investmentfonds bliebe die investierte Summe des Anlegers dagegen bei 14.634,14 € stehen. Die Renditerechnung wäre in diesem Fall für das nächste Jahr und das übernächste genau gleich, wenn der Wertzuwachs der Aktien bei 6 Prozent bliebe. Bei einem thesaurierenden Investmentfonds erhöht sich die Rendite, da sich auch der investierte Betrag erhöht.

Beispiel für das zweite Jahr der Investition beim thesaurierenden Fonds

Ausgangssumme 15.440,98 EUR
Ertrag ohne Abzug von Gebühren 15.440,98 EUR x 6,00% 926,46 EUR
Verwaltungsgebühr 15.440,98 EUR x 0,50% 77,20 EUR
Ertrag nach Abzug von Gebühren 926,46 EUR – 77,20 EUR 849,26 EUR
Neuer angelegter Betrag 15.440,98 EUR + 848,61 EUR 16.290,24 EUR

Beispiel für das dritte Jahr der Investition beim thesaurierenden Fonds

Ausgangssumme 16.290,24 EUR
Ertrag ohne Abzug von Gebühren 16.290,24 EUR x 6,00% 977,41 EUR
Verwaltungsgebühr 16.290,24 EUR x 0,50% 81,45 EUR
Ertrag nach Abzug von Gebühren 977,41 EUR – 81,45 EUR 895,96 EUR
Neuer angelegter Betrag 16.290,24 EUR + 895,96 EUR 17.186,20 EUR

Wie man die Rendite aus Fonds erhält

Im Prinzip hat man als Anleger zwei Möglichkeiten, seine Fonds wieder zu Geld zu machen: Man kann sie an die Kapitalanlagegesellschaft zurückgeben und sich den aktuellen Wert der Anteile auszahlen lassen. In vielen Fällen verursacht die Rückgabe keine Kosten, wenngleich einige Fonds Ausnahmen bilden, weil sie einen so genannten Rückgabeabschlag verlangen. Sie ziehen dann bei Rückgabe der Anteile einen gewissen Prozentsatz vom Wert des einzelnen zurückgegebenen Fonds ab.

Verkauf über die Börse: Bei an der Börse gehandelten Fonds haben Anleger auch die Möglichkeit, die Fonds an der Börse zu verkaufen. Mitunter ist das aber nur die zweitbeste Lösung, weil beim Verkauf Gebühren anfallen. Der Vorteil: Der Verkauf über die Börse funktioniert schneller als die Rückgabe der Fonds, weshalb Anteilseigner durch diesen Verkauf auch schneller auf Entwicklungen am Markt reagieren können.

Rendite – ist nicht immer gewährleistet

Wir hatten es anfangs bereits erwähnt. Die Rendite bei der Investition in Fonds ist nicht sicher. Als Anleger kann man sich bei bereits länger bestehenden Fonds nur die Entwicklung des Fonds in der Vergangenheit ansehen, um daraus Prognosen für die Zukunft zu ziehen. Im ungünstigsten Fall entwickelt sich der Wert der Anlageobjekte negativ:

  • Sinkt etwa der Wert der Immobilien des eingangs erwähnten Immobilienfonds von einer Milliarde Euro auf 960 Millionen Euro, so ist jeder Anteil eines Anlegers bei zehn Millionen Anteilen nur noch 96 statt 100 Euro wert.

Das macht es so wichtig, die Auswahl an Fonds sorgfältig zu treffen.

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