Rentenfonds

sicherheitsorientiertes Fondsinvestment

Rentenfonds gelten als die Sicherheitsvariante der offenen Investmentfonds mit eher bescheidenen Renditechancen. Das bedeutet: Sie werden als Fonds gesehen, bei denen die Gefahr gering ist, eingesetztes Geld zu verlieren, bei denen dafür aber auch der erwartbare Gewinn nicht sonderlich groß ausfällt. Im Prinzip ist das alles richtig, aber Rentenfonds darauf zu beschränken, wird ihnen nicht vollends gerecht.

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Einerseits berichtete etwa die Stiftung Warentest 2005, dass Rentenfonds 2004 eine Durchschnittsrendite von 7 Prozent erzielte hätten. Das ist durchaus mehr als eine bescheidene Rendite. Andererseits berichtete etwa das Handelsblatt 2008, wie groß die Bandbreite unterschiedlicher Rentenfonds inzwischen geworden sei und dass den extrem sicherheitsorientierten Rentenfonds mittlerweile auch hoch spekulative Varianten gegenüber stehen. „Hoch spekulativ“ bedeutet bestenfalls hohe Gewinne für Anleger und im ungünstigsten Fall deutliche Verluste.

Was sind Rentenfonds?

Klären wir zunächst einmal, was Rentenfonds eigentlich vereint, bevor wir uns die Unterschiede zwischen Rentenfonds und Rentenfonds ansehen. Rentenfonds investieren überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere, die auch „Renten“ genannt werden. Festverzinsliche Wertpapiere folgen stets einem ähnlichen Prinzip: Der Anleger investiert einen Betrag X in festverzinsliche Wertpapiere und weiß genau, dass er zu einem festgelegten Zeitpunkt denselben Betrag X zurückerhält. Dazwischen oder am Ende der Laufzeit der Wertpapiere gibt es zusätzlich Zinsen, sodass am Ende mehr als der Betrag herauskommt, der am Anfang investiert wurde. Alles ist im Prinzip vorab festgelegt. Solche festverzinslichen Wertpapiere sind beispielsweise:

Kommunalobligationen

Sie werden auch Kommunalschuldverschreibungen oder Kommunalanleihen genannt. Anleger stellen den deutschen Bundesländern und Kommunen (Gemeinden etc.) mit dem Kauf dieser Wertpapiere Geld zur Verfügung, das in öffentliche Projekte gesteckt wird. Kommunalobligationen gelten als sehr sichere Geldanlage. Darüber hinaus gibt es auch Bundesobligationen, die vom Bund ausgegeben werden.

Pfandbriefe

Pfandbriefe werden von Pfandbriefbanken ausgegeben. Anleger haben den Vorteil, dass sie selbst im seltenen Fall von Insolvenz der Pfandbriefbank gute Chancen haben, ihr Geld zurückzuerhalten. Grund dafür ist die so genannte Deckungsmasse, die hinter jedem ausgegebenen Pfandbrief steckt.

Deckungsmasse kann beispielsweise eine Immobilie sein (Hypothekenpfandbrief), können bestehende Forderungen gegenüber dem Staat (öffentliche Pfandbriefe) oder ein Schiff (Schiffspfandbrief) sein. Sollte die Pfandbriefbank tatsächlich zahlungsunfähig werden, erhält der Anleger Gelder aus dem Verkauf des Hauses oder des Schiffes oder aber aus den bedienten Forderungen gegenüber Kommunen oder Bundesländern etc.

Bundesschatzbriefe

Bundesschatzbriefe werden vom Bund ausgegeben. Die Wertpapiere haben eine Laufzeit von etwa sechs (Typ A) beziehungsweise 7 Jahren (Typ B). Während Anleger beim Typ A jährlich Zinszahlungen erhalten, werden die Zinsen beim Typ B erst am Ende ausgezahlt.

Staatsanleihen

Bundesschatzbriefe gehören zu den Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland. Der Bund sichert sich durch sie Geld und zahlt dafür einen festen Zinssatz an den Käufer der Staatsanleihe. Aber natürlich gibt nicht alleine die Bundesrepublik Deutschland Staatsanleihen aus. Viele Länder dieser Welt tun das.

Bleiben wir einmal bei den Anleihen, speziell bei den Staatsanleihen. Sie zeigen besonders deutlich, warum sich nicht alle Rentenfonds über einen Kamm scheren lassen. Staatsanleihen sind sichere Anlagen mit festem Zinsgewinn. Es gibt keine Überraschungen, es sei denn… der Rentenfonds investiert in eine von einem Staat ausgegebene Staatsanleihe, die plötzlich aufgrund einer Staatspleite praktisch wertlos wird. Lange Zeit war solch ein Szenario zumindest in Europa undenkbar. Seit der Fastpleite Griechenlands ist das anders geworden.

  • Damit etwa Griechenland überhaupt noch Gelder akquiriert, muss das Land bei seinen Staatsanleihen mit relativ hohen Zinsen locken. Investiert ein Rentenfonds in griechische Staatsanleihen, so ist die mögliche (!) Rendite höher als man es bei Rentenfonds im Allgemeinen annimmt.
  • Andererseits äußerte etwa der Bundesverband deutscher Banken Mitte Februar 2011, dass Kreditinstitute griechische Anleihen in ihrem Besitz wohl abschreiben müssen. Das Risiko bei griechischen Anleihen scheint also (Stand: Februar 2011) ebenfalls weitaus größer zu sein, als man es bei Wertpapieren annimmt, in die Rentenfonds investieren.

Unsicher ist etwa in Europa auch die finanzielle Zukunft von Ländern wie Portugal, Spanien oder Irland. Auch Staatsanleihen aus diesen europäischen Ländern werden dem Ruf, besonders sichere Wertpapiere zu sein, 2011 wohl eher nicht gerecht. Und natürlich sind auch außereuropäische Staatsanleihen mit unterschiedlich hohen Renditechancen und Risiken auf dem Markt. So genannte Schwellenländer-Rentenfonds investieren speziell in Anleihen aus Ländern, die auf einem fortgeschrittenen Weg vom Entwicklungs- zum Industrieland sind.

Ein kleines Fazit zu Rentenfonds

All das zeigt einmal mehr: Pauschale Aussagen zu Sicherheit und Renditechancen bei bestimmten Varianten von Investmentfonds sind mit Vorsicht zu genießen: auch bei Rentenfonds. Anleger sollten sich daher genau den Verkaufsprospekt des Rentenfonds ansehen, um zu sehen, welche Anlagestrategie er verfolgt. So finden sehr sicherheitsbewusste Anleger ebenso den für sie richtigen Rentenfonds wie eher risikobereite Menschen. Eine Alternative zu reinen Rentenfonds können beispielsweise Mischfonds sein, die in Aktien UND in Rentenpapiere investieren.

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