Girokonto ohne Schufa

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Girokonto ohne Schufa

Der Eröffnung eines Girokontos geht nahezu immer die Prüfung der persönlichen Bonität des Kunden durch die Bank voraus. Hierzu wird regelmäßig eine Schufa-Auskunft eingeholt, auf deren Grundlage das Kreditinstitut über den Antrag zur Kontoeröffnung entscheidet. In der Praxis ist die Schufa-Anfrage das entscheidende Kriterium der Bonitätsprüfung bei der Beantragung von Girokonten und steht regelmäßig dem Girokonto ohne Schufa entgegen. In Anbetracht des hohen verwaltungstechnischen und personellen Aufwands individueller Bonitätsprüfungen besteht daher nur dann Aussicht auf ein Girokonto, wenn der Antragsteller eine saubere Akte bei der Auskunftei hat.

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Liegt ein negativer Eintrag bei der Schufa vor, muss der Kontoantragsteller damit rechnen, dass die Bank ihn zurückweist. Der Zugang zu einem üblichen Konto ist ihm damit versperrt, da es bei deutschen Kreditinstituten in der Regel kein Girokonto ohne Schufa geben wird. Als Alternative steht ihm das so genannte Guthabenkonto offen. Es ermöglicht auch Personen mit negativen Einträgen die Teilhabe am bargeldlosen Zahlungsverkehr, der unser Wirtschaftsleben heutzutage beherrscht.

Kein Recht auf Girokonto

Trotz langjähriger Bemühungen seitens der Verbraucherschutzverbände gibt es nach wie vor keinen rechtlich durchsetzbaren Anspruch darauf, ein Girokonto zu eröffnen. Gesetzesinitiativen und entsprechende Anregungen im öffentlichen Raum sind in der Vergangenheit immer wieder an den Widerständen der Kreditwirtschaft gescheitert. Der Gesetzgeber hat sich mit der Einführung des Pfändungsschutzkontos (P-Konto) zum 01.07.2010 lediglich dazu durchgerungen, Inhabern von bestehenden Girokonten einen gesetzlichen Anspruch auf Umstellung auf ein P-Konto zu verschaffen.

Diese Neuregelung hilft aber denjenigen nicht weiter, die über kein Konto bei einer Bank verfügen und denen aufgrund negativer Vermerke auch der Weg hierzu versperrt ist. Sie bleiben auch in Zukunft auf die Möglichkeit der Einrichtung eines Guthabenkontos angewiesen.

Merkmale des Guthabenkontos

Anders als ein reguläres Konto kann ein Guthabenkonto, oftmals als Girokonto ohne Schufa beschrieben, nur im Plus geführt werden. Der Inhaber kann daher die typischen Kontofunktionen nur dann nutzen, wenn sein Konto auch tatsächlich ein Guthaben aufweist. Lastschriften können somit nur entgegengenommen, Überweisungen nur ausgeführt werden, wenn das Konto auch wirklich gedeckt ist.

Diese Praxis ist vergleichbar mit Prepaid Handykarten, bei denen nur der Betrag vertelefoniert werden kann, der im Vorfeld aufgeladen wurde.

Das bedeutet zugleich, dass das Guthabenkonto keine Kredit-Funktion besitzt, wie dies beim Girokonto der Fall ist. Es besteht deshalb weder die Möglichkeit einer Überziehung des Kontos noch kann der Bankkunde einen Dispositionskredit in Anspruch nehmen. Das Konto würde unter diesen Umständen ins Minus abgleiten, was grundsätzlich mit der Eigenart dieses Kontos als reines Guthabenkonto unvereinbar wäre.

Eine weitere Einschränkung aus der Natur als Guthabenkonto folgt für deren Inhaber aus dem Umstand, dass sich mit den ausgegebenen Kontokarten nicht in Geschäften bargeldlos zahlen lässt. Der Einsatz der Karten ist vielmehr ausschließlich am Automaten möglich, um Geld abzuheben. Demzufolge wird in der Regel auch keine Kreditkarte ausgegeben.

Das Guthabenkonto bietet somit im Ergebnis zwar die grundsätzliche Teilhabe am modernen Zahlungsverkehr. Die Überweisung von Miete und Strom, der Empfang des Arbeitslohns sind ohne Konto heute kaum noch zu bewerkstelligen. Diesen Grundbedürfnissen trägt das Guthabenkonto Rechnung. Dem stehen spürbare Einschränkungen bei der Kontonutzung gegenüber, soweit es um die Möglichkeit geht, Überziehungskredit und Dispo in Anspruch zu nehmen oder die für das Guthabenkonto erhaltene Geldkarte beim Einkauf einzusetzen. Diese Möglichkeit bleibt dem Inhaber eines Guthabenkontos prinzipiell verschlossen.

Guthabenkonten im Ausland

Beworben werden im Internet auch immer wieder Guthabenkonten bei ausländischen Bankinstituten. Es wird gezielt mit einem Girokonto ohne Schufa geworben. Im Ausland wird man in jedem Fall ein Girokonto ohne Schufa erhalten, das liegt aber nicht daran, dass dort keine Bonitätsvoraussetzungen erfüllt werden müssen sondern vielmehr daran, dass es diese Auskunftei nur in Deutschland gibt. In anderen Ländern gibt es andere Auskunftsinstitiute.

Daher ist davon allerdings abzuraten. Zwar ist der bargeldlose Zahlungsverkehr innerhalb der EU problemlos möglich, aber bei Schwierigkeiten und im Konfliktfall drohen in Anbetracht einer unbekannten Rechtslage im Ausland Unsicherheiten. Das ist vor dem Hintergrund des hohen Schutzniveaus des deutschen Verbraucherrechts bei heimischen Banken nicht zu befürchten.

Aus diesem Grund sollte grundsätzlich ein deutsches Guthabenkonto vorgezogen werden.

Vermittler von Girokonten ohne Schufa

Unbedingt meiden sollten Personen Angebote, die ein echtes Girokonto ohne Bonitätsprüfung – also auch bei Negativeintrag – versprechen. Nahezu immer verbergen sich hinter diesen Offerten Vermittler, die aus der Not der Menschen Kapital schlagen wollen. Der Kunde muss daher zunächst hohe Vermittlungsprovisionen aufbringen. Für das Girokonto selbst fallen sodann ebenfalls äußerst hohe Kontoführungs- und Überweisungsgebühren an.

Folgen des Guthabenkontos für die Bonität

Die Schufa speichert grundsätzlich sämtliche Daten über die Eröffnung von Konten. Hierzu zählt neben dem Giro- und Pfändungsschutzkonto auch das Guthabenkonto. Da aber dessen Eröffnung üblicherweise ohnehin nur dann erwogen wird, wenn eine negativer Eintrag vorliegt, kann das Eröffnen eines Guthabenkontos als solche zu keiner weiteren Beeinträchtigung der persönlichen Bonität führen.

Selbstverpflichtung der Kreditwirtschaft

Nach dem Selbstverpflichtungsabkommen der Spitzenverbände der Kreditwirtschaft besteht für jedermann ein Anspruch auf Einräumung eines Kontos auf Guthabenbasis bei deutschen Kreditinstituten. Allerdings bleibt die Praxis hinter dieser Absichtserklärung zuweilen zurück, denn dieser Anspruch soll nur gelten, wenn der Bank der Abschluss eines Girokontovertrages mit dem Antragsteller unter vergleichbaren Bedingungen zuzumuten wäre. Auf diese Weise entziehen sich manche Banken der übernommenen Selbstverpflichtung.

Eine Unzumutbarkeit wird in folgenden Fällen angenommen:

  • drohende Kontopfändungsmaßnahmen
  • Falschangaben bei Kontoeröffnungsantrag
  • mangelnde Kontoumsätze
  • Aufbringung der Kontoführungsentgelte nicht sichergestellt
  • Belästigung von Mitabeitern des Kreditinstituts durch Kunden

Anspruch auf Guthabenkonto

Der in der Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Kreditwirtschaft niedergelegte Wille zur generellen Gewährung von Guthabenkonten steht in auffälligem Gegensatz zur Praxis der Kreditinstitute, die unter Bezugnahme auf den vorstehenden Ausnahmekatalog immer wieder eine Unzumutbarkeit geltend machen. Die eigentliche Ursache hierfür liegt in dem Umstand begründet, dass die Führung von Konten auf Guthabenbasis für Kreditinstitute wirtschaftlich nicht lukrativ ist.

Einzig die Sparkassen haben mit der Selbstverpflichtung Ernst gemacht: In den einschlägigen Sparkassengesetzen einiger Länder ist eine Rechtspflicht festgeschrieben, die einen Anspruch auf Eröffnung und Führung eines Guthabenkontos vermittelt.

Vor diesem Hintergrund stehen bei einer Sparkasse die Chancen für Antragsteller auch am besten, ein Guthabenkonto zu eröffnen. Bei den übrigen Kreditinstituten besteht grundsätzlich zwar die Möglichkeit, bei einer Zuwiderhandlung gegen die Selbstverpflichtungserklärung die Kundenbeschwerdestelle des Zentralverbands der Kreditwirtschaft anzurufen. Allerdings sind die Aussichten für Verbraucher ungewiss, bei einer solchen Beschwerde letztlich zu obsiegen.

Auf der sichereren Seite ist der Verbraucher demnach, wenn er sich für die Beantragung eines Guthabenkontos an eine Sparkasse wendet.

Kosten des Guthabenkontos

Die Preise für Guthabenkonten differieren. Am günstigsten sind die Tarife der Sparkassen, die im Schnitt eine Grundgebühr von 5,00 Euro erheben. Darüber hinaus fallen folgende weitere Gebühren (Orientierungswerte) an

  • pro Barabhebung am Schalter oder Geldautomaten – 0,30 Euro
  • pro Lastschrift – 0,30 Euro
  • pro verbuchtem Zahlungseingang – 0,30 Euro

Demgegenüber liegen die Tarifmodelle der übrigen Kreditinstitute teilweise deutlich über den Angeboten der Sparkassen. Hintergrund ist die bereits an anderer Stelle erwähnte mangelnde Wirtschaftlichkeit der Guthabenkonten für Banken. Angesichts der Vielfalt der Offerten lohnt sich aber auch hier ein gründlicher Marktvergleich.

Fazit zum Girokonto ohne Schufa

Das schufafreie Girokonto wird es in der Form, in der ein normales Girokonto bekannt ist, nicht geben. Die einzige Alternative ist das Guthabenkonto mit den oben beschriebenen Einschränkungen im Zahlungsverkehr und des fehlenden Dispokredites. Von Angeboten für schufafreie Konten aus dem Ausland oder über Vermittler bleibt stets abzuraten, da diese Angebote enorme Kosten mitsich bringen und zudem die Rechtslage aus dem Ausland in der Regel unbekannt ist. Ein Guthabenkonto bietet ausreichend Spielraum um am täglichen Zahlungsverkehr teilzunehmen, daher sollten Angebote eines „echten“ Girokontos ohne Schufa außer Acht gelassen werden, da eine seriöse Bank diese nicht vergibt.

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