Kfz-Versicherung wechseln

Anbieterwechsel

Kfz-Versicherung: Sparen mit Anbieterwechsel
Foto © senkaya – bigstocphoto.com

Wenn ein Fahrzeuginhaber eine Kfz-Versicherung abgeschlossen hat, ist er nur für einen begrenzten Zeitraum an den Versicherer gebunden. Danach steht ihm die Möglichkeit offen, zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Prämienhöhe vergleichen

Der häufigste Grund für einen Kfz-Versicherungswechsel ist die Möglichkeit, durch niedrigere Prämien Geld zu sparen. Dabei kann der Versicherungsnehmer im Internet sehr einfach die Preise der Anbieter vergleichen. Diese werden zumeist anhand des Zulassungsortes (Regionalklasse) und des Fahrzeugtyps (Typklasse) berechnet.

Allerdings sollte man zusätzlich bedenken, dass je nach Versicherungsgesellschaft andere Rabattfaktoren gelten bzw. diese unterschiedlich stark gewichtet werden. Häufig werden diese Rabattfaktoren in einen standardisierten Versicherungsvergleich nur eingeschränkt berücksichtigt. Folgende Rabattfaktoren können Einfluss auf die Prämienhöhe haben:

  • Geschlecht des Versicherungsnehmers
  • Alter des Versicherungsnehmers
  • Garagenplatz
  • Berufsgruppe
  • Familienrabatt
  • Werkstattbindung
  • Alter des Fahrzeugs
  • jährliche Fahrleistung
  • Beschränkung der Fahrer
  • eventuell Punkte in Flensburg

Darüber hinaus sollte der wechselwillige Versicherungsnehmer auch überprüfen, ob und in welcher Höhe sich die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung lohnt, um die Versicherungsprämie nach unten zu drücken.

Leistungen vergleichen

Neben der Höhe der Versicherungsprämie sollte auf jeden Fall auch der Leistungsumfang der Kfz-Versicherung berücksichtigt werden. Was nützt schließlich eine günstigere Versicherungsprämie, wenn letztlich wichtige Versicherungsleistungen fehlen oder nur gegen Aufpreis erhältlich sind. Hier gibt es teilweise gravierenden Unterschieden zwischen den einzelnen Kfz-Versicherern.

Viele Versicherungsgesellschaften bieten zudem mehrere Tarife an, die sich im Leistungsumfang unterscheiden. Häufig ist dabei ein relativ günstiger Basistarif zu finden, bei dem man sich jedoch mit einem sehr stark abgespeckten Leistungskatalog begnügen muss. Die folgende Liste zeigt die wichtigen Leistungsfaktoren, auf die man bei einem Kfz-Versicherungswechsel unbedingt achten sollte:

  • Verzicht auf Einrede wegen grober Fahrlässigkeit
  • Höhe der Deckungssumme
  • Rabattretter
  • erweiterter Schutz bei Wildunfällen
  • Versicherungsschutz im Ausland
  • Dauer der Neupreisentschädigung

Überprüfen Sie deshalb für sich selbst, welchen Leistungen Sie unbedingt benötigen und auf welche Leistungen Sie bereit sind, zugunsten einer niedrigeren Versicherungsprämie zu verzichten. So werden beispielsweise vor allem die Fahrer, die bereits einen hohen Schadenfreiheitsrabatt erreicht haben, von einem im Vertrag enthaltenden Rabattretter profitieren. Demgegenüber sollten insbesondere Fahrer in ländlichen Gegenden großen Wert auf eine umfassende Absicherung bei Wildunfällen und Marderbissen legen.

Direktversicherer oder Filialversicherer

Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, hat die Wahl zwischen einem Direktversicherer und einem Filialversicherer. Die Direktversicherer sparen dadurch Kosten ein, dass sie kein teures Filialnetz unterhalten müssen. Diesen Kostenvorteil geben sie in Form niedrigerer Versicherungsprämien an ihre Kunden weiter. Im Gegenzug ist eine Kontaktaufnahme jedoch in der Regel nur per Email oder Telefon möglich. Wer sich dagegen einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort wünscht, ist mit einem etwas teureren Filialversicherer besser beraten.

Schadenfreiheitsklassen beim Versicherungswechsel

Bei einem Kfz-Versicherungswechsel fragt der neue Versicherer beim vorherigen Anbieter die Anzahl der schadensfrei gebliebenen Jahre nach und berechnet auf dieser Grundlage die Schadenfreiheitsklasse. Dies kann zu einer Verschlechterung der Schadenfreiheitsklasse führen, wenn die bisherige Schadenfreiheitsklasse nach einer Schadensmeldung nur dank eines Rabattschutzes erhalten geblieben ist. Diese Sondereinstufung wird in der Regel nämlich nicht von der neuen Versicherung übernommen, so dass sich nach dem Versicherungswechsel eine Schadenfreiheitsklasse ergibt, die der Versicherungsnehmer ohne seinen Rabattschutz gehabt hätte.

Schadenfreiheitsrabatt beim Versicherungswechsel

Aber auch, wenn die auf Basis der schadenfreien Jahre berechnete Schadenfreiheitsklasse beim Versicherungswechsel unverändert bleibt, kann sich der damit verbundene Schadenfreirabatt durch den Wechsel nach oben oder unten verschieben. Denn jede Versicherungsgesellschaft darf den mit einer Schadenfreiheitsklasse verknüpften Schadenfreiheitsrabatt selbst festlegen.

Zeitpunkt des Versicherungswechsels

Der Zeitpunkt, zu dem ein Versicherungsnehmer seine Kfz-Versicherung wechseln kann, richtet sich danach, wann der Versicherungsvertrag bei seinem alten Anbieter kündbar ist. Als Stichtag sollte sich der wechselwillige Versicherungsnehmer den 30. November im Kalender anstreichen. Denn dies ist in der Regel der letztmögliche Zeitpunkt zur ordentlichen Kündigung der Kfz-Versicherung unter Einbehaltung der einmonatigen Kündigungsfrist.

Abweichend davon gibt es auch eine Reihe von weiteren Gelegenheiten, die eine außerordentliche Kündigung erlauben. Auf dieser Seite können Sie sich ausführlich zu allen Kündigungsmöglichkeiten im Rahmen der Kfz-Versicherung informieren.

Kontrahierungszwang bei der Kfz-Haftpflichtversicherung

Wer den Wechsel zu einem anderen Anbieter anstrebt, muss im Rahmen der Kfz-Haftpflichtversicherung in der Regel keine Ablehnung der Aufnahme befürchten. Denn in Deutschland besteht bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ein sogenannter Kontrahierungszwang. Das bedeutet, die Versicherungsgesellschaft darf die Aufnahme eines neuen Kunden nur bei Vorliegen eines schwerwiegenden Grundes verweigern.

Ein derartiger Grund liegt vor, wenn der Versicherungsnehmer bereits in der Vergangenheit einmal Kunde war, und der damalige Versicherungsvertrag aufgrund einer Pflichtverletzung (z.B. Prämienverzug oder eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht) des Versicherungsnehmers gekündigt bzw. angefochten wurde.

Keine Aufnahmeverpflichtung bei der Kaskoversicherung

Demgegenüber gibt es in Deutschland im Rahmen der Kaskoversicherung keinen derartigen Kontrahierungszwang. Daher kann die Versicherungsgesellschaft, falls ihr das Risiko zu groß erscheint, eine Aufnahme ablehnen. Dies droht beispielsweise, wenn in der näheren Vergangenheit sehr viele oder sehr teure Schäden zu regulieren waren. Sinnvoll ist es deshalb, zunächst den neuen Kaskoschutz sicherzustellen, bevor man seine alte Versicherung kündigt, damit man nicht plötzlich ganz ohne entsprechenden Versicherungsschutz auskommen muss.

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