(Neben)Kosten und Gebühren

Kredit-Finanzierung

Wer Geld braucht und deshalb auf der Suche nach einem günstigen Kredit ist, vergleicht häufig nur die Kredit Zinsen. Dabei wird aber oft übersehen, dass bei der Vergabe eines Kredites neben den Nominalzinsen noch weitere Kredit Kosten anfallen.

Durch diese zusätzlichen Kreditnebenkosten verteuert sich der Kredit für den Kreditnehmer. Nur wer diese Kreditnebenkosten auch bei der Auswahl des passenden Kreditangebots in seine Auswahlentscheidung einbezieht, kann wirklich das für ihn günstigste Kreditangebot finden. Dann ist es möglich die Finanzierungskosten zu minimieren. Deshalb wird im Folgenden ein Überblick zu den bei der Kreditvergabe anfallenden Kredit Kosten geliefert.

Disagio

Das Disagio, auch Damnum oder Abgeld genannt, ist ein Abschlag auf den Nominalwert des Kredits. Es berechnet sich als die Differenz zwischen der vereinbarten Kreditsumme und dem tatsächlich an den Kreditnehmer ausgezahlten Betrag.

Beispielrechnung für Disagio

Bei einem Disagio von 8,00% und einer Kreditsumme von 100.000 Euro, bekommt der Kreditnehmer also nur 92.000 Euro ausgezahlt; der Rest verbleibt beim Kreditgeber. Dennoch muss der Kreditnehmer für 100.000 Euro die Zinsen leisten (die sich dann aber ermäßigen).

Das Disagio stellt somit grundsätzlich eine Zinsvorauszahlung dar und mindert somit den Nominalzinssatz. Gemäß der Preisangabenverordnung fließt das Disagio in die Berechnung des Effektivzinses ein.

Bearbeitungsgebühren

Wenn ein Kredit bei einem Kreditinstitut beantragt wird, fallen in der Regel Bearbeitungsgebühren für den Kreditnehmer an. Mit diesen Gebühren wollen die Kreditinstitute ihren durch die Kreditbearbeitung entstehenden personellen Aufwand abdecken.

Die Höhe der Bearbeitungsgebühren unterscheidet sich je nach Kreditinstitut, die Gebühren werden jedoch stets in einem prozentualen Verhältnis zur Kreditsumme erhoben. Die Banken verlangen in der Regel 1,00% bis 3,00% der Kreditsumme als Bearbeitungsgebühr.

Am 13.05.2014 erklärte der BGH die Bearbeitungsgebühren für Kredite für unzulässig, da im Gegenzug keine Leistung für den Kunden erbracht wird. Mehr dazu unter

Im Internet finden sich aber sogar einige Anbieter, die gänzlich auf die Bearbeitungsgebühr bei dem Kreditabschluss verzichten. Die Kreditanbieter sind gesetzlich verpflichtet, die Bearbeitungsgebühren anzugeben und in den Effektivzins einzubeziehen.

Restschuldversicherung

Häufig entstehen beim Abschluss eines Kredites zusätzliche Kosten für die Kreditabsicherung. So schließen viele Kreditnehmer eine Restschuldversicherung ab. Diese Kreditversicherung übernimmt dann für den Kreditnehmer die Tilgungsraten des Kredites, wenn dieser nicht mehr in der Lage ist, selber dafür aufzukommen.

Können beispielsweise aufgrund einer plötzlichen Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Tod die verbleibenden Raten des Kredits nicht zurückbezahlt werden, so springt die Kreditversicherung für den Kreditnehmer ein. Dadurch wird auch das Risiko eines Kreditausfalls für den Kreditgeber verringert.

Aus diesem Grund ist eine solche Absicherung bei vielen Kreditinstituten Vorraussetzung für den Erhalt eines Kredites. Wenn der Kreditgeber den Kreditnehmer zum Abschluss einer Kreditversicherung verpflichtet, müssen die durch die Kreditversicherung entstehenden Kosten in den Effektivzins einbezogen werden.

Effektivzins als Kostenindikator

Im Effektivzins werden die reinen Zinsen (Nominalzins) und eine Vielzahl weiterer bei der Kreditvergabe anfallende Kreditnebenkosten zusammengeführt. In der Preisangabenverordnung wird festgelegt, welche Kostenfaktoren bei der Berechnung des Effektivzinses berücksichtigt werden müssen. Weiterhin schreibt die Preisangabenverordnung den Banken die genaue mathematische Ermittlungsmethode für den Effektivzins vor, um jegliche Manipulation zu verhindern.

Die Kreditinstitute sind laut Preisangabenverordnung dazu verpflichtet, dem Kreditnehmer den Effektivzins eines Kredites mitzuteilen. Anhand des Effektivzinses lassen sich verschiedene Kreditangebote sehr gut vergleichen.

Gesondert anfallende Kosten

Darüber hinaus können bei der Kreditvergabe eine Reihe weiterer Kosten, die jedoch nicht im Effektivzins enthalten sind, auf den Kreditnehmer zukommen. Zu diesen gesondert zu tragenden Kosten zählen z.B. die Schätzkosten.

Schätzkosten entstehen, wenn die Bank den Wert eines zum Zwecke der Kreditabsicherung eingebrachten Wirtschaftsgutes vom einem Experten bewerten lässt. Auch die Bereitstellungszinsen werden nicht in den Effektivzins einbezogen. Die Bereitstellungszinsen entstehen, wenn ein längerer Zeitraum zwischen Kreditabschluss und Inanspruchnahme des Kredites liegt. Zuschläge, die vom Kreditgeber für Ratenaussetzungen berechnet werden, finden im Effektivzins ebenfalls keine Berücksichtigung und müssen somit gegebenenfalls vom Kreditnehmer zusätzlich entrichtet werden.

Einige Kreditnehmer sind daran interessiert, sobald ausreichend Geld vorhanden ist, die Restschuld ihres Kredites vorzeitig zu tilgen, um die Zinsbelastung zu reduzieren. Hier muss jedoch beachtet werden, dass viele Banken dann eine zusätzliche Gebühr für die vorzeitige Ablösung des Kredites verlangen. Für die entgangenen Zinseinnahmen fordern sie vom Kreditnehmer eine Vorfälligkeitsentschädigung. Deshalb ist es sinnvoll, im Kreditvertrag vorab Sondertilgungen zu vereinbaren.

Nicht im Effektivzins enthaltene Kredit Kosten

Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über die Kosten, die bei einem Kredit anfallen können, jedoch nicht im Effektivzins enthalten sind.

  • Schätzkosten
  • Kontoführungsgebühren
  • Kosten der vorzeitigen Tilgung
  • Kosten für Ratenaussetzungen
  • Bereitstellungszinsen
  • Kosten für Auszahlungsnachweise
Kreditrechner

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