Lebensversicherung beleihen

Policedarlehen

Lebensversicherung beleihen

Bei der Lebensversicherung handelt es sich eigentlich um eine langfristige Geldanlage. Man zahlt zunächst über viele Jahre hinweg Geld ein, um dann zum Ende der Vertragslaufzeit in den Genuss des angesparten Kapitals zu kommen. Wenn man in eine finanzielle Notsituation gerät, bestehen aber auch mehrere Möglichkeiten, die Lebensversicherung vorzeitig zu Geld zu machen.

Genau wie andere Versicherungen kann man auch die Lebensversicherung kündigen. In diesem Fall endet aber nicht nur die Beitragszahlung, sondern man erhält von der Versicherungsgesellschaft zusätzlich auch noch den Rückkaufswert der Lebensversicherung ausbezahlt.

Finanzielle Einbußen durch die Kündigung

Für den Versicherungsnehmer ist die Kündigung aber mit dem entscheidenden Nachteil verbunden, dass er bei einem Rückkauf durch die Versicherung nicht unerhebliche Abschläge hinnehmen muss. Denn die Versicherungsgesellschaften verlangen vom Versicherungsnehmer im Falle einer Kündigung der Kapitallebensversicherung sehr hohe Gebühren.

Besonders in den ersten Jahren nach Abschluss des Vertrages ist die Relation zwischen angesparter Summe und Rückkaufswert daher sehr ungünstig für den Versicherungsnehmer. Mit dem Verkauf der Lebensversicherung und dem Beleihen der Versicherungspolice stehen dem Versicherungsnehmer allerdings zwei interessante Alternativen zur Kündigung zur Verfügung.

Lebensversicherung verkaufen

Bereits seit einiger Zeit hat sich ein sogenannter Zweitmarkt für Lebensversicherungen gebildet. Auf diesem Zweitmarkt können Versicherungsnehmer, die ihre Lebensversicherung nicht mehr weiterführen wollen, diese an ein von der Versicherungsgesellschaft unabhängiges Unternehmen veräußern. Diese Unternehmen führen dann die Versicherung anstelle des bisherigen Versicherungsnehmers weiter und streichen später auch die Erträge ein. Dafür zahlen sie dem bisherigen Versicherungsnehmer einen Kaufpreis, der oberhalb des Rückkaufwertes liegt. Ein weiterer Vorteil des Verkaufs besteht darin, dass der Hinterbliebenenschutz erhalten bleibt, da die Versicherung ja weiter geführt wird.

Das Problem beim Verkauf einer Lebensversicherung besteht aber darin, dass die potenziellen Käufer bei Weitem nicht an allen Policen Interesse haben. So sollte der Rückkaufswert in der Regel mindestens 10.000 Euro betragen, um überhaupt eine Chance zu haben, einen Käufer zu finden. Darüber hinaus werden von vielen Käufern nur Policen erworben, deren verbleibende Vertragslaufzeit eine bestimmte Anzahl von Jahren (15 Jahre oder 25 Jahre) nicht übersteigt.

Lebensversicherung beleihen – Policedarlehen

Wenn es zu einem kurzfristigen Liquiditätsengpass kommt, ist es nicht unbedingt nötig, sich direkt durch Verkauf oder Kündigung von seiner Lebensversicherung zu trennen. Vielmehr bieten sowohl die Versicherungsgesellschaften als auch außenstehende Unternehmen an, die Lebensversicherung zu beleihen. Bei dem sogenannten Policendarlehen läuft die Versicherung unverändert weiter, so dass auch der Versicherungsschutz weiterhin bestehen bleibt. Gleichzeitig erhält der Versicherungsnehmer ein Darlehen, für das die Versicherungspolice als Sicherheit dient. Zudem ist es auch möglich, eine Police, die zuvor beitragsfrei gestellt wurden, zu beleihen.

Die maximale Darlehenssumme entspricht dabei dem Rückkaufswert der Lebensversicherung. Dank der Absicherung durch die Versicherungspolice sind die Zinskonditionen zumeist günstiger als bei einem normalen Ratenkredit. Zudem wird in der Regel auch auf eine zusätzliche Schufa-Abfrage verzichtet. Die Tilgung des Darlehens erfolgt spätestens zum Zeitpunkt der Auszahlung der Versicherungssumme, aber bei den meisten Anbietern ist auch eine vorzeitige Tilgung gestattet.

Fazit

Das Beleihen der Lebensversicherung bietet sich vor allem dann an, wenn das Geld nur kurzfristig benötigt wird oder der Zeitpunkt der Auszahlung nicht mehr allzu weit entfernt ist. Ansonsten sollte der Versicherungsnehmer versuchen, die Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt zu verkaufen, da hier ein höherer Betrag als der Rückkaufswert erzielt werden kann. Außerdem bleibt der Todesfallschutz für die Angehörigen erhalten. Allerdings wird sich nicht für jede Police ein geeigneter Käufer finden lassen. Nur als letzte Option sollte dann über die Kündigung der Lebensversicherung nachgedacht werden. Besonders in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss muss der Versicherungsnehmer dann nämlich mit deutlichen Einbußen rechnen.