Krankenkassen erlassen Beitragsschulden

Krankenkassen erlassen Beitragsschulden
Euro-Banknoten mit Stethoskkop

Krankenkassen erlassen Beitragsschulden und erleichtern so einen Neuanfang in der Krankenvversicherung.
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In Deutschland herrscht die so genannte Krankenversicherungspflicht, mit der erreicht werden soll, dass niemand im Ernstfall auf eine notwendige gesundheitliche Versorgung verzichten muss, weil er die entsprechenden Kosten nicht tragen kann. Während diese Pflicht seit 2007 nur gesetzlich Versicherte betraf, sorgt eine Erweiterung aus dem Jahre 2009 dazu, dass seit diesem Zeitpunkt wirklich jeder versichert sein muss.

Versicherungspflichtig bedeutet nicht gleichzeitig auch versichert

Der Zwang zur Versicherung führt aber nicht gleichzeitig auch zu einem Abschluss einer solchen. So sind es vor allem Selbstständige oder auch Arbeitslose ohne gesetzliche Leistungen, die aus Kostengründen auf den Versicherungsschutz verzichten oder aufgrund nicht gezahlter Beiträge von der Krankenkasse gekündigt wurden und sich keinen neuen Schutz mehr gesucht haben.

Erlass der Beitragsschulden als große Chance für viele

Problematisch wird diese Nichtversicherung nicht nur wegen des fehlenden Schutzes im Krankheitsfall, sondern auch aufgrund der bestehenden Beitragsregelung. Denn mit Verabschiedung der Versicherungspflicht besteht ebenso eine Beitragspflicht, unabhängig davon, ob man Mitglied einer Krankenkasse ist oder nicht. Somit haben sich seit 2007 respektive 2009 große Berge an Beitragsschulden angesammelt, die es vielen erst recht finanziell unmöglich machen, sich um einen neuen Versicherungsschutz zu bemühen.

Um diesem Teufelskreis ein Ende zu bereiten, wurde im Jahr 2013 das Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung ins Leben gerufen. Wer früher gesetzlich versichert (auch freiwillig) war, kann sich bis zum 31. Dezember 2013 bei seiner ehemaligen Versicherung melden, die dann auf Rückzahlung der bestehenden Beitragsschulden und Säumniszuschläge verzichtet und so eine neuen Krankenversicherungsschutz vereinfacht. Darüber hinaus soll der Säumniszuschlag gesenkt werden. Für zukünftige Beitragsrückstände sollen statt 5,00 nur noch 1,00 Prozent monatlich berechnet werden.

Abweichende Regel bei privat Versicherten

Wer in der privaten Krankenversicherung versichert ist oder war, kann nicht von diesem Schuldenerlass profitieren. Die privaten Krankenversicherungen bestehen auf die Zahlungen der ausstehenden Beiträge, bieten aber Notlagentarife, mit denen aufgrund ermäßigter Beiträge für allerdings auch reduzierte Leistungen die Rückzahlung offener Posten erleichtert werden soll.

3 Kommentare

  1. Tami 3 Jahren vor

    Dazu habe ich eine Frage. Ich war freiwillig versichert bei der AOK. Alls alleinerziehende Mutter konnte ich mir irgendwann die hohen beiträge eine zeitlang nicht mehr leisten und es häufte sich eine stolze Summe an. Seit 2 Jahren tilge ich nun mit monatlichen Raten die Schulden. Bin immer noch bei der AOK aber mittlerweile übernimmt mein Arbeitgeber die KV. Gilt das gleiche auch für mich?

  2. Fred Tiedgen 2 Jahren vor

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    eine Frage, gilt das auch für die 8 € Zusatzbeitrag die mal erhoben wurden.
    Für uns war das Ein Härtefall aber keiner hat geholen.
    (Krankenkasse und Jobcenter)
    Nun zahlen wir monatlich 20 € ab um nicht noch mehr Schwierigkeiten bekommen.
    Können wir auch einen Erlass der Schulden bei der Krankenkasse beantragen?
    Danke
    Mit freundlichem Gruß
    Tiedgen

  3. Gerhard Müller 2 Jahren vor

    arbeitslos in 03.2005, ALG 1 bis 03.2007, keine Bezüge, keine „Familienversicherung“
    (Ehefrau in PKV -Bundesbeamtin-), kein Hartz 4 in Anspruch genommen – eigene Ersparnisse
    aufgebraucht. Ab 05.2011 verrentet, aber ohne Beitragsleistung an GKV (BKK Heilberufe),
    ab 13.08.2013 Mitglied bei TK auf Grundlage „Beitragsschuldengesetz“, mit der Mitteilung, daß mir die Beiträge rückwirkend erlassen werden können, wenn keine Leistungen bzw.
    Kostenübernahme oder -erstattungen beantragt werden.
    Jetzt Neuberechnung meiner Rente durch die Deutsche Rentenversicherung Bund mit rückwirkender Nachbelastung und Einbehaltung der Versicherungsbeiträge von 05.2011 bis 03.2014. wegen „Überzahlung“. Ist das konform mit dem § 5, Abs 1, Nr. 13 SGB V, oder wo erhalte ich eine verbindliche Auskunft,
    mit freundliche Grüßen

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