Dem Zinstief entgehen

Alternativen zu Tagesgeld und Festgeld

Dem Zinstief entgehen – Alternativen zu Tagesgeld und Festgeld

Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 bewegt sich das Zinsniveau auf einem historisch niedrigen Stand. Für Tagesgeld oder Festgeld erhalten Anleger kaum noch eine Rendite von über 1,5 Prozent. Wird die Inflation gegengerechnet liegt der effektive Gewinn meist bei unter 1 Prozent. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich Deutschland und die Eurozone mittelfristig aus dem Zinstief bewegen. Für Anleger ist es daher unerlässlich, sich über alternative Geldanlagen zu informieren.

Festgeld im Ausland anlegen

  • Zielgruppe: konservative Anleger
  • Höhere Zinsen als in Deutschland
  • Relativ geringes Ausfallrisiko
  • Dafür möglicherweise Währungsrisiko
  • Aufwand bei der Suche nach Anbietern

Festgeld ist unter deutschen Sparern noch immer eine beliebte Anlageform. Wirklich lohnenswert ist die Anlage aktuell jedoch nur bei ausländischen Banken. In vielen Ländern der Währungsunion bzw. der EU ist das Zinsniveau deutlich höher als in der Bundesrepublik. Problematisch ist allerdings, dass sich ausländische Banken mit Filialen in Deutschland dem hiesigen Zinsniveau anpassen. Anleger müssen solche Banken finden, die auf dem deutschen Endverbrauchermarkt noch nicht agieren.

Genau auf diese Suche haben sich einige Finanzdienstleister spezialisiert. Sie verwalten Kundengelder aus Deutschland und legen diese beispielsweise in Norwegen an. Hier gibt es für Festgeld noch rund 3 Prozent Zinsen. Auch abzüglich der Provision für den Vermittler lohnt sich die Anlage also noch. Es gilt jedoch immer zu beachten, dass Investitionen in Nicht-Euro-Ländern mit dem Risiko von Währungsschwankungen behaftet sind.

Sparbriefe lohnen sich nur langfristig

  • Zielgruppe: konservative Anleger
  • Moderate Zinsen bei langfristigen Anlagen
  • Einlagen bis 100.000 Euro von staatlicher Seite gesichert
  • Großer Markt

Sparbriefe ähneln dem Festgeld. Der Anleger investiert eine bestimmte Summe, die einer Bank zur Verfügung gestellt wird. Dafür gibt es feste jährliche Zinszahlungen. Im Gegensatz zum Festgeld kann ein Sparbrief allerdings nicht vorzeitig gekündigt werden. Aktuell lohnen sich Sparbriefe aus zinstechnischer Sicht nur, wenn diese mit mindestens fünf, besser zehn Jahren Laufzeit abgeschlossen werden. So sind Renditen zwischen 2 und 3,5 Prozent möglich, das Kapital ist dadurch aber mittel- bis langfristig komplett gebunden. Dafür gibt es auf dem Markt viele verschiedene Anbieter, fast alle Banken geben Sparbriefe aus.

Anleihen können hohe Rendite verschaffen

  • Zielgruppe: risikofreudigere Anleger mit überschüssigem Kapital
  • Gute Renditeaussichten
  • Gesicherte Zinszahlungen
  • Risiko von Kursschwankungen
  • Hohe Verfügbarkeit am Markt

Anleihen können sowohl von Staaten als auch von Unternehmen erworben werden. Der Anleger erhält dabei grundsätzlich über den kompletten Vertragszeitraum eine feste Zinszahlung für das investierte Kapital. Die Höhe hängt dabei immer vom Risiko ab. Staatsanleihen lohnen sich derzeit etwa nur in geringfügigem Maße, für Unternehmensanleihen werden aber fast immer über 5 Prozent bezahlt.

Allerdings sind Anleihen mit einem gewissen Risiko behaftet. Sie beziehen sich immer nur auf den Kurs eines Staates oder eines Unternehmens. Daher sollte nur ein kleiner Teil des Kapitals in einzelne Anleihen investiert werden. Fällt nämlich der Kurs eines Unternehmens bis zum vertraglichen Endzeitpunkt der Anleihe unter einen vorher vereinbarten Wert, so erhält der Anleger sein investiertes Geld nicht zurück. Vielmehr werden dann Aktien des Unternehmens zum aktuellen Kurswert ins Depot des Anlegers transferiert. Liegt der Kurs zum Stichtag hingegen über dem Basiswert, so wird das investierte Kapital in voller Höhe rückerstattet. Die Zinszahlungen sind von dieser Entwicklung grundsätzlich nicht betroffen.

Immobilien erwerben und günstige Konditionen nutzen

  • Zielgruppe: liquide Kapitalanleger
  • Wertsteigerungen der Objekte nur in begrenztem Maße und speziellen Lagen
  • Mieteinnahmen können hohe Rendite bewirken
  • Geringe Zinsen für Immobilienkredite
  • Recht hoher Verwaltungsaufwand

Die Niedrigzinsphase mag für klassische Anlagen wenig förderlich sein. Für den Kauf oder Bau einer Immobilie auf Kredit ist jetzt allerdings der ideale Zeitpunkt. Die Zinsen für Darlehen liegen zwischen 1,5 und 2,5 Prozent – auch bei langfristigen Zinsbindungsphasen. Anleger finanzieren die Immobilie meist durch 20 bis 30 Prozent Eigenkapital, der Rest kommt zinsgünstig von der Bank. Aufgrund der steigenden Mieten sind die Renditeaussichten vor allem im Einzugsgebiet von Großstädten relativ gut. Allerdings sind dort auch die Preise für die Immobilien hoch, eine deutliche Wertsteigerung der Objekte ist somit nicht zu erwarten. Gleichzeitig gilt es zu beachten, dass der Verwaltungsaufwand für Immobilien recht hoch ist. Die Objekte und ihre Mieter müssen regelmäßig überprüft werden. Zudem müssen jährliche Abrechnungen erstellt und möglicherweise Konflikte zwischen einzelnen Mietparteien geschlichtet werden.

Alternative Sachanlagen für Kenner

  • Zielgruppe: Anleger mit Fachwissen auf bestimmten Gebieten
  • Vielfältige Formen wie Gemälde, Oldtimer oder Münzen
  • Relativ intransparenter Markt
  • Preisentwicklungen schwierig zu kalkulieren
  • Verbindung von Hobby und Geldanlage möglich

Viele Sparer legen ihr Geld ausschließlich in Finanzprodukten oder Immobilien an. Aber auch mit Luxusgütern kann langfristig Rendite erzielt werden. Besonders gut erhaltene und beliebte Oldtimer steigern ihren Wert stetig. Allerdings muss sich der jeweilige Anleger auf dem speziellen Gebiet bestens auskennen. Im Gegensatz zu Finanzprodukten sind die Preise bei Oldtimern, Gemälden und Co. wesentlich intransparenter und hängen von vielen Faktoren ab. Darüber hinaus müssen die erworbenen Gegenstände ausreichend gepflegt und gewartet werden.

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