Beiträge der Krankenkassen steigen 2016 deutlich

Beiträge der Krankenkassen steigen 2016 deutlich
Beitragserhöhung

Der Arbeitnehmeranteil zur Krankenkasse wird angehoben.

Viele gesetzlich Krankenversicherte werden vor Weihnachten keine guten Nachrichten von ihrer Krankenkasse erhalten. Fast alle gesetzlichen Krankenkassen werden ihre Beitragssätze in 2016 teilweise merklich erhöhen.

Steigende Gesundheitsausgaben – Drei Milliarden fehlen

Rund drei Millionen Euro sollen 2016 fehlen. Grund dafür sind die gestiegenen Gesundheitsausgaben. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten der gesetzlichen Krankenkassen, des Bundesversicherungsamtes und des Bundesgesundheitsministeriums. Diese Entwicklung hatten die Krankenkassen bereits Mitte des Jahres prognostiziert, nun hat die Beitragserhöhung auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bestätigt.

Der gesetzlich vorgeschriebene Beitragssatz von 14,6 Prozent wird mit der erwarteten Erhöhung der Zusatzbeiträge auf voraussichtlich 15,7 Prozent ansteigen. Für den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent werden Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils hälftig zur Kasse gebeten. Der Zusatzbeitrag muss hingegen vom Arbeitnehmer allein übernommen werden.

Kritik an Beitragserhöhungen

Kritik an den geplanten Beitragserhöhungen kommt u.a. von SPD-Gesundheitsministerin Hilde Mattheis. „Die Beitragssteigerungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung müssen allein von den Arbeitnehmern geschultert werden. Daher müssen schnell die Lasten wieder fair zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verteilt werden“, so Mattheis.

Kassen legen Zusatzbeitrag selbst fest

Dieser variable Zusatzbeitrag wird übrigens von den Kassen selbst festgelegt und kann teilweise deutlich von der erwarteten Beitragserhöhung von 1,1 Prozent abweichen.

DAK: 0,6 Prozentpunkte
Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) steigert ihren Zusatzbeitrag um 0,6 Prozentpunkte auf insgesamt 1,5 Prozent. Der zu erwartende Gesamtbeitrag liegt somit bei 16,1 Prozent.
Die DAK liegt somit deutlich über dem erwarteten Mittel von 15,7 Prozent.

TK: 0,2 Prozentpunkte
Die Techniker Krankenkassen (TK), Deutschlands größte Krankenkasse, wird ihren Beitragssatz voraussichtlich um 0,2 Prozentpunkte auf einen Gesamtbetrag von 15,6 Prozent anheben.

Barmer GEK: 0,2 Prozentpunkte
Die Barmer GEK wird ihren Zusatzbeitrag voraussichtlich um 0,2 Prozenpunkte auf insgesamt 1,1 Prozent erhöhen

AOK Bayern und AOK Baden-Württemberg: 0,2 Prozentpunkte
Auch diese beiden Kassen planen eine Erhöhung um 0,2 Prozentpunkte auf dann insgesamt 1,1 Prozent.

Eine laufend aktualisierte Übersicht aller Zusatzbeitragssätze bietet der GKV- Spitzenverband auf seiner Onlinepräsenz:
www.gkv-spitzenverband.de/service/versicherten_service/krankenkassenliste/krankenkassen.jsp

Sonderkündigungsrecht

Von einer Beitragserhöhung betroffene Versicherungsnehmer haben ein Sonderkündigungsrecht und können zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln.

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