Dauerhafte Nachtarbeit rechtfertigt 30% Nachtzuschlag

Dauerhafte Nachtarbeit rechtfertigt 30% Nachtzuschlag
Nachtzuschlag

Je nach Belastung ist ein Nachtzuschlag von bis zu 30 Prozent gerechtfertigt.

Wer dauerhaft nachts arbeitet, kann 30 Prozent Lohnzuschlag beanspruchen. Das Bundesarbeitsgericht gab damit der Klage eines LKW-Fahrers statt, der ausschließlich nachts von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr unterwegs war (BAG, Urteil v. 9.12.2015 – Az.: 10 AZR 423/14).

Wie ist Nachtarbeit definiert?

Die Beurteilung richtet sich zunächst nach § 2 Arbeitszeitgesetz (AZG). Das Gesetz definiert als Nachtzeit die Zeit von 23.00 bis 6.00 Uhr, in Bäckereien und Konditoreien die Zeit von 22.00 bis 5.00 Uhr. Als Nachtarbeit zählt jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfasst.

Wie wird der Nachtarbeitszuschlag bestimmt?

Leistet der Arbeitnehmer Nachtarbeit, verpflichtet § 6 Abs. 5 AZG den Arbeitgeber, dem Beschäftigten eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf dessen Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren. Soweit tarifvertragliche Ausgleichsregelungen bestehen, gehen diese allerdings vor.

Was ist ein angemessener Nachtzuschlag?

In der Regel erachtet die Rechtsprechung einen Nachtzuschlag von 25 Prozent für angemessen. Arbeitet der Arbeitnehmer dauerhaft nachts, kann sich der Zuschlag auf 30 Prozent erhöhen. Grund ist, dass ein Arbeitnehmer laut BAG nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen in diesem Fall besonderen Belastungen ausgesetzt ist.

Umgekehrt kann sich der Nachtarbeitszuschlag aber auch reduzieren, wenn eine spürbar geringere Arbeitsbelastung besteht, was beispielsweise bei bloßer Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst der Fall sein kann. Es kommt im Einzelfall also darauf an, dass der Arbeitnehmer nachweist, in der Nachtarbeitszeit besonderen Belastungen ausgesetzt zu sein, die einen Lohnzuschlag über die regelmäßig gewährten 25 Prozent hinaus rechtfertigen.

Nachtarbeitszuschläge sind weitgehend steuerfrei

Nachtarbeitszuschläge sind nach § 3b EStG für die Zeit von 20.00 bis 6.00 Uhr in Höhe von 25 Prozent des Grundlohns und für vor 0.00 Uhr aufgenommene Arbeit in der Zeit von 0.00 bis 4.00 Uhr in Höhe von 40 Prozent weitgehend steuerfrei. Als Nachtarbeit definiert das Steuerrecht abweichend von § 2 AZG die Arbeit in der Zeit von 20.00 bis 6.00 Uhr.

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