Immobilienbetrug: 110m² Luftschloss für 400 Euro warm

Immobilienbetrug: 110m² Luftschloss für 400 Euro warm

Zeitung mit Wohnungsanzeigen

Wohnungssuchende müssen auf der Hut sein. Denn immer mehr Wohnungsanzeigen stammen von Betrügern, die mit unterschiedlichen Methoden versuchen, arglose Mieter abzukassieren.

Verlockende Angebote entpuppen sich als Täuschung

Altbau, große Dachterrasse, fünf Zimmer, voll möbliert, Einbauküche, beste Lage und all das für lediglich 600 Euro Warmmiete. Kaum zu glauben, dass eine solche Wohnung in Hamburg zu haben ist. Mit solchen oder ähnlichen Anzeigen versuchen Betrüger auf diversen Wohnungsportalen potentielle Mieter abzuzocken.

Ob im Internet oder in der Tageszeitung, falsche Immobilienanzeigen finden sich überall.

Wie schützt man sich vor betrügerischen Wohnungsanzeigen?

Nicht immer erkennt man unseriöse Inserate auf den ersten Blick. Denn die Betrüger bedienen sich immer häufiger bei „echten“ Wohnungsanzeigen und kopieren dort Bilder und Texte. Orientieren kann man sich an einigen grundlegenden Anhaltspunkten:

  • die Miete ist für die angebotene Wohnung zu niedrig
  • die Wohnungsbeschreibung enthält ungewöhnlich viele Fehler
  • die Beschreibung passt nicht zu den Bildern
  • die Kontaktdaten des Anbieters sind unvollständig

Betrugsmaschen im Überblick

Oft sind die Angebote so realistisch, dass man doch Kontakt zum Anbieter aufnimmt. Ist die Verbindung zum Betrüger erst einmal hergestellt, lauern diese Gefahren:

  • Vorkassebetrug: der angebliche Eigentümer ist im Ausland, krank oder anderweitig verhindert. Für eine Besichtigung will er den Schlüssel gegen die Zahlung einer Kaution zuschicken. Ähnlich verhält es sich, wenn der Interessent zur Zahlung einer Vorabmiete aufgefordert und im Gegenzug z.B. ein Mieterlass versprochen wird.
  • Phishing: sogenannte Phishing Betrüger schicken per eMail eine Anfrage an einen Wohnungsanbieter und fordern ihn auf, sich über einen Link im Kundenbereich einzuloggen. Die über diesen Link erreichte Seite ist dem echten Portal nachempfunden, dient aber ausschließlich dem Diebstahl der persönlichen Daten. Mit der so gestohlenen Identität werden anschließend andere Wohnungsinteressenten betrogen.
  • Kostenpflichtige Listen: die eigentliche Wohnung ist weg, aber der vermeintliche Eigentümer bietet gegen Geld eine Liste mit verfügbaren Wohnungsangeboten.
  • Rip-Deal: der Käufer einer Immobilie verhandelt erst gar nicht, sondern will ungesehen kaufen. Das Geschäft soll allerdings im Ausland abgeschlossen werden. Dem Verkäufer wird ein Gewinn und weitere Geschäfte versprochen, die er später teuer bezahlen muss.

Achtung bei Urlaubsangeboten und Kurzzeitmiete

In den letzten Jahren hat die Vermittlung von privaten Zimmern und Wohnungen zu Urlaubszwecken oder zur Kurzzeitmiete immer stärker zugenommen. Über entsprechende Plattformen werden unzählige Unterkünfte vermittelt und die Bezahlung erfolgt üblicherweise per Vorkasse. Genau das nutzen Betrüger aus.

Bei Vorkasse immer die treuhänderischen Portale der großen Anbieter nutzen! Niemals direkt an den angeblichen Vermieter zahlen.

Landeskriminalämter warnen vor Immobilienbetrug

Auch die Landeskriminalämter (LKA) warnen ausdrücklich vor Immobilienbetrug. „Wer beispielsweise mit einer Vorleistung jeglicher Art konfrontiert wird, sollte kritisch nachfragen“, mahnt Frank Scheulen vom LKA in Nordrhein-Westfalen. Denn die Chance, sein Geld zurückzubekommen, ist sehr gering.

  • kein Geld vorab auf inländische oder ausländische Konten überweisen
  • bei Zweifeln den Kontakt sofort abbrechen
  • alle Beweise sammeln
  • Polizei informieren

Immobilienportale informieren

Die Immobilienportale sind zwar bemüht, betrügerische Inserate zu löschen. Aber eine absolute Sicherheit können sie den Nutzern natürlich nicht gewährleisten. Wohnungssuchende finden auf diesen Portalen noch weitere Tipps zum Schutz vor Betrügern und sollten im Verdachtsfall die betreffenden Inserate melden.

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