Wirtschaftsweise kritisch zur Bankenrettung

Über Zuspruch zu den bisherigen Maßnahmen und zukünftigen Plänen zur Bankensanierung kann sich die Kanzlerin nicht gerade freuen.

Nun ist es die Wirtschaftsweise Weder di Mauro, die mit ihrer harschen Kritik nicht gerade hinter dem Berg hält. Die Expertin ist der Ansicht, dass die Regierung aus rationaler und logischer Sicht eine komplett falsche Reihenfolge eingeschlagen hat bei den Ansätzen der Rettungsprogramme. Statt wahllos Geld in marode Banken zu pumpen, hätte man frühzeitig umfangreiche Analysen durchführen müssen, um die betreffenden Banken in Kategorien einteilen zu können und so herauszufinden, welche Banken wirklich Geld benötigen und welche aus eigener Kraft eine Restrukturierung in Angriff hätten nehmen können.

Die Zahl der Banken, die ohne staatliche Intervention nicht weiter existieren könnten, hält sich laut Weder die Mauro im überschaubaren Rahmen. So manche Bank – die Autobanken haben es mit den zahlreichen guten Tagesgeld-Angeboten gezeigt – seien durchaus imstande, sich in gewissem Maße selbst frische Kapital zu beschaffen. Es mangelt der Regierung in dieser Situation auf dem Bankensektor am nötigen Fingerspitzengefühl, so das Urteil der Expertin.

Am härtesten geht die Wirtschaftsfachfrau mit dem Vorgehen des Soffin, des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung ins Gericht. Man müsse sich zunächst überhaupt eine Vorstellung davon machen, wie der Bankensektor nach einer Neuausrichtung überhaupt aussehen soll. Vorher seien Investitionen kaum sinnvoll. Der richtige Ansatz wäre gewesen, erst zu analysieren und eine exakte Bestandsaufnahme bei den Banken aufzustellen, bevor das Geld an die Institute fließen soll. Doch dafür ist es jetzt zu spät.

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