Was uns Griechenland im Falle einer Pleite kostet

Was uns Griechenland im Falle einer Pleite kostet

Die Pleite Griechenlands taucht seit Monaten immer wieder am Horizont auf. Beobachtet man die Politik, könnte man allerdings glauben, dass die Männer und Frauen am Ruder dieses Szenario scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Dabei scheint sich gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Tauziehens um weitere Hilfen für Griechenland genau diese Pleite klarer den je abzuzeichnen.

Viele Verbraucher fragen sich zurecht, was ein Bankrott im Südosten der EU den einzelnen Bundesbürger kosten könnte. Je nach Szenario gehen Experten davon aus, dass für jeden Bürger – ob jung oder alt – zwischen 400 Euro und bis zu 730 Euro auflaufen könnten. Wie kommen diese Zahlen aber zustande?

Wo stecken die Ausfallrisiken der Staatspleite

Bisher haben die deutschen Steuerzahler bereits Milliarden in den Pleitekandidaten Griechenland gepumpt. Und genau hier liegt ein Teil der Kosten für die Bundesbürger. Allein 20 Milliarden Euro stecken im ersten Rettungspaket, von dem 53 Mrd. Euro bereits bei den Griechen gelandet sind.

Darüber hinaus drohen beim Zahlungsausfall aber auch für die EZB (Europäische Zentralbank) Folgen, die bekanntlich griechische Anleihen hält. Experten beziffern das Risiko hier auf 7 – 10 Milliarden Euro für die Bundesbürger.

Als dritter Risikofaktor kämen noch Banken ins Spiel. Im Zuge der Krise hat der Staat in einigen Geldhäusern die Führung übernommen und greift den Banken auch mit der Bad Bank unter die Arme. Exakte Zahlen liegen für die tickenden Zeitbomben in den Büchern zwar nicht vor, Schätzungen sprechen aber etwa 13 Milliarden Euro.

Risikofaktor Target2-System und Steuerausfälle

Sind die Risiken damit erledigt? Nicht ganz: Das Target2-System ist die 4. Komponente im Roulette um die Griechenlandpleite. Dahinter verbirgt sich ein Ausgleichssystem zwischen nationalen Zentralbanken in der Eurozone, dessen Risikopotenzial heute nicht genau festzulegen ist. Schätzungen gehen aber von 30 Milliarden Euro aus, die auf Deutschland warten könnten. In Summe könnte Griechenland allein Deutschland etwa 60 Mrd. Euro kosten.

Hinzu kommt, dass der Fiskus – falls private Gläubiger bei der Pleite Geld verlieren – mit weniger Steuereinnahmen rechnen muss.

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