Selbständigen droht die Zwangs-Altersvorsorge

Selbständigen droht die Zwangs-Altersvorsorge

Eigentlich gelten Unternehmer und Selbständige als Personenkreis, der frei entscheiden kann, ob und wie er für Gesundheit und Zukunft vorsorgt. Allerdings gilt dieser Fakt schon seit einigen Jahren nur noch zum Teil. Im Bereich der Krankenversicherung gilt seit 2009 eine Versicherungspflicht. Und wer die Zeichen der Zeit richtig zu deuten weiß, ahnt, dass es im Bereich der Altersvorsorge vielleicht schon bald genauso weit sein könnte.

Entscheidet sich die Bundesregierung für eine Pflichtversicherung im Bereich der Altersvorsorge, müssten sich rund 3,4 Millionen Selbständige versichern. Medienberichten zufolge ist die Zahl derer, die nicht vorsorgen, nämlich genauso hoch. Wie allerdings genau die Absicherung erfolgen kann, ist offen. Denn gesetzliche Pflichtversicherung oder privater Wahltarif sind beide nicht zwingend der große Wurf.

Vorsorge muss sein – auch für Selbständige

Dass Selbständige vorsorgen sollten, darin sind sich alle Experten einig. Trotzdem ist eine Altersvorsorge oft genau jener Punkt, der bei Betroffenen fehlt. Die Folge: Selbständige rutschen im Alter finanziell ab. Allein im letzten Jahr lag die Zahl der Hartz-4-Bezieher aus dem Heer der Selbständigen bei einer Viertelmillion. Über die Art und Weise der Versicherung streitet die Politik aber, Teile der Union halten die gesetzliche Rente für richtig, wieder andere stehen aufseiten privater Alternativen.

Altersvorsorge: Der große Wurf fehlt

Welche Möglichkeiten haben Selbständige aber überhaupt, um privat vorzusorgen? Neben der Rürup-Rente, die zwar eine Basisvorsorge mit Steuervorteilen bietet, bleiben nur die Riester-Rente auf Umwegen oder anderen Versicherungen. Allerdings ist die Rürup-Rente – aufgrund starrer Vorgaben alles andere als beliebt. Zudem gehen die Steuervorteile an Selbständigen im unteren oder mittleren Einkommenssektor schlicht vorbei.

Und wer die mittelbare Förderung aus Riester-Verträgen (über den Partner) nutzen kann, muss sich mit niedrigen Renditen anfreunden, tauscht am Ende also Pest mit Cholera. Für Rentenexperten kommt ein weiteres Problem hinzu: Je länger und starrer Produkte sind, umso weniger kommen sie Selbständigen entgegen, da hier – aufgrund schwankender Einkommen – eher Flexibilität gefragt ist.

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