Verbraucher zahlen zu hohe Dispozinsen für das Girokonto

Verbraucher zahlen zu hohe Dispozinsen für das Girokonto
Kontoauszug

Die Zentralbanken rund um den Globus halten die Leitzinsen auf einem historisch niedrigen Niveau. Verbraucher profitieren davon aber nur bedingt. Besonders im Bereich der Dispozinsen zeigen sich Verbraucherschützer über die teilweise saftigen Aufschläge der Banken mehr als verärgert. Allerdings drohen den Geldhäusern jetzt Schwierigkeiten, denn die Verbraucherzentralen mahnen derzeit gerade Genossenschaftsbanken ab, um endlich Grundsatzurteile zu erzwingen.

Überziehungszinsen bis fast 19 Prozent

Was die Verbraucherschützer ärgert, ist die Höhe der Zinsen, welche Banken für den Dispokredit verlangen. Obwohl die Institute über die Zentralbanken derzeit frisches Geld quasi zum Nulltarif erhalten, muss der Verbraucher beim Abrutschen in den Dispo durchschnittlich 11,2 Prozent Zinsen aufbringen.

Noch deutlich teurer wird es für alle, die tiefer in der Kreide stehen und das Girokonto über´s geduldete Limit beanspruchen, hier sollen die Zinssätze sogar bei 18,75 Prozent liegen. Für die Verbraucherzentralen in Deutschland ist diese Schere ein Ärgernis. Und auch Richter haben sich in der Vergangenheit mit der Praxis deutscher Banken beim Dispo nicht einverstanden gezeigt. So schloss sich z. B. das LG (Landgericht) Dortmund der Haltung der Verbraucherzentrale NRW im vergangenen Jahr an, als es um die Zulässigkeit bestimmter Preisanpassungsklauseln für den Dispo der Sparda Bank Münster ging (Az. 25 O 132/11).

Verbraucherschützer gegen Genossenschaftsbanken

Im Rahmen einer neuen Aktion gehen die Verbraucherzentralen jetzt vor allem gegen Genossenschaftsbanken vor und wollen damit ein höchstrichterliches Urteil erreichen, um auf dem Erfolg aus dem vergangenen Jahr aufzubauen. Denn selbst die Bindung der Zinssätze an Veränderungen des EURIBOR reicht den Verbraucherzentralen nicht, sie machen sich für deutlich sinkende Dispozinsen stark. „Die Zinsen für Dispokredite sind viel zu hoch und müssen endlich runter“, so Frank Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

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