Abgeltungssteuer sorgt kaum für Nachfrage und Umsatz
Eigentlich hatten viele Experten damit gerechnet, dass die drohende Einführung der Abgeltungssteuer zum Start des neuen Jahres deutlich positive Aspekte für die letzten Wochen 2008 bescheren würde.
Doch daraus ist nur in den seltensten Fällen auch wirklich etwas geworden. Denn für viele Verbraucher hieß es in den härtesten Zeiten der Krise lieber „abwarten und Tee trinken“ statt im großen Stil noch im alten Jahr zu investieren und auf diese Weise bei der Abgeltungssteuer zu sparen. Lieber nutzen viele Bürger die sicheren Tagesgeldkonten, um so etwas dazuzuverdienen.
Die Krise hat vor allem die privaten Anleger vorsichtig werden lassen bei allen Investitionsentscheidungen. Nicht zu wissen, wie lange die Krisenstimmung auf dem Markt anhalten wird und immer neue schlechte Botschaften sorgen dafür, dass Sicherheit das Gebot der Stunde ist.
Es ist also nichts geworden mit dem erhofften und prognostizierten Endspurt bei den Bürgern. Selbst die Abschaffung der so genannten Eigenheimzulage konnte die Anleger nicht zu umfassender Neuorientierung hin zu anderen lukrativen Produkten des Finanzmarktes bewegen.
Für die Branche ein herber Rückschlag, denn in vielen Bereichen hatte man sich von der Abgeltungssteuereinführung einen regelrechten Boom versprochen. Ein Grund dafür ist, dass Einzahlungen in Fonds etwa nur dann von der neuen Steuer unberücksichtigt bleiben, wenn sie vor dem letzten Geschäftstag des Jahres eingezahlt werden. Die Eröffnung eines neuen Depots allein reicht nicht aus, um Steuern zu sparen.

