Ackermann verteidigt Bankenvorgehen bei Krediten
Der Chef des größten Bankenhauses des Landes, der Deutschen Bank, reagiert auf die kritischen Äußerungen zum Thema Kreditvergabe nur mit einem müden Kopfschütteln.
Josef Ackermann, seines Zeichen Vorsitzender des Deutsche Bank-Vorstandes, versucht vielmehr den schwarzen Peter weiter zu schieben. Es gäbe keinen Grund, den Banken vorzuwerfen, sie betrieben eine zu verhaltene Vergabe von Kredit.
Mit einem schlichten Argument der Form, die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen gesenkt und die Kreditlaufzeiten verlängert, nun müssen die Banken spuren’ ist es nach Ackermanns Auffassung keineswegs getan. Diese Einstellung bezeichnet Ackermann als eine nicht ungefährliche Vereinfachung eines sehr komplexen Systems.
Einerseits sei die Situation auf dem Kreditmarkt nach wie vor ausgesprochen heikel und angespannt. Darüber hinaus müssten Politik, Unternehmen und Verbraucher verstehen, dass die Bereitstellung nicht einzig und allein durch die Mittel der EZB sichergestellt ist.
Die derzeitige Situation rechtfertigt Ackermanns Ansichten nach durchaus die vergleichsweise hohen Kreditzinsen, mit denen sich gewerbliche wie private Nutzer momentan konfrontiert sehen. Diese hohen Zinsen würden vor allem dazu genutzt, die Pufferzonen für die Kreditvergabe zu vergrößern. Denn eben diese habe sich im Zuge der Krise als bis dato zu gering erwiesen, um alle Risiken abzufangen.
Dass sich die Lage in dieser Form nicht bereits innerhalb von wenigen Monaten entspannen wird, daran hat der Chef der Deutschen Bank keinen Zweifel. Noch über Jahre hinweg wird sich seiner Einschätzung nach die Wirtschaftskrise bemerkbar machen.

