Anlegerstreik: Investmentfonds wurden im Oktober 2008 mehr als 45 Milliarden Euro entzogen

Im Oktober 2008 haben die Anleger insgesamt 46,3 Milliarden Euro aus offenen Investmentsfonds abgezogen und in andere Geldanlagen umgeschichtet, berichtete das „Handelsblatt“.

Damit sank das Vermögen der Fonds innerhalb eines einzigen Jahres um 22 Prozent auf 585 Milliarden Euro. Fachleute wie zum Beispiel Rüdiger Sälzle, Vorstand von Fonds Consult, sehen darin einen Anlegerstreik, der natürlich durch die Krise und deren Bekämpfung entstanden ist. Fondsverbands-Präsident Wolfgang Mansfeld sieht die Hauptgründe für die Branchenkrise darin, dass die Anleger nach der Pleite von Lehman Brothers sehr verunsichert seien. Aber auch die Bundesgarantie für Bankeinlagen habe Fonds im Gegenzug als unsichere Geldanlage dastehen lassen.

Es gibt aber auch bereits wieder bessere Aussichten für die Branche, wie der Branchenvertreter Stefan Seip, dem „Handelsblatt“ verriet. So seien die Mittelabflüsse von 23 Milliarden Euro in der ersten Oktoberhälfte auf 2 Milliarden Euro in der ersten Novemberhälfte gesunken, hieß es. Es besteht also die Chance, dass die Fonds im Dezember bereits wieder mehr Geld einsammeln, als abgezogen wird.

Viele Fachleute sehen jedoch trotzdem eine Konsolidierung voraus, bei der vor allem kleinere Dachfonds vom Markt verschwinden würden, weil ihre Kapitalausstattung einfach zu gering sei. Auch würde Fonds mit guter und andere mit schlechterer Performance zusammengelegt, um unrentable Produkte vom Markt zu nehmen, wie Georg Wübker von Simon – Kucher & Partners dem „Handelsblatt“ gegenüber äußerte.

Man darf also gespannt sein, wie sich die Branche nach der Konsolidierung halten kann. In einem sind sich die Fachleute jedenfalls einig: die übermäßige Vorsicht der Anleger wird mit der Zeit wieder gedämpft.

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