Arzneiverordnungsreport 2010 – hohe Arzneimittelpreise belasten Kassen

Deutsche Verbraucher könnten sich eigentlich freuen. Schließlich genießen sie quasi eine flächendeckende Krankenversicherung. In anderen Ländern ein Luxus. Allerdings haben die Kosten für das deutsche Gesundheitssystem in den vergangenen Wochen für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Wie der Arzneiverordnungsreport 2010 offen legt, ist für einen Teil der explodierenden Kosten die Pharmaindustrie verantwortlich. Die Ausgaben für Arzneimittel sind in Deutschland im vergangenen Jahr um fast fünf Milliarden Euro gestiegen und belaufen sich inzwischen auf 32,4 Milliarden Euro. Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind vor allem die Versicherten in der GKV, die immer tiefer für die Beiträge in die Tasche greifen müssen.

Deutliche Preisunterschiede in Europa

Dabei bieten gerade die Arzneimittelpreise erhebliches Einsparpotenzial. Eine Untersuchung zwischen Deutschland und Schweden zeigt, dass in Skandinavien Präparate deutlich günstiger sind als zwischen Oder und Rhein. Ein Beispiel: Das Medikament Omeprazol (Magenschutzmittel, 100er-Packung) kostet in Deutschland mehr als 43 Euro. In Schweden müssen Patienten für das Präparat weniger als zehn Euro auf den Tisch legen. Die Verfasser des Arzneiverordnungsreports beziffern das Sparpotenzial im Pharmabereich auf 9,4 Milliarden Euro. Ein Betrag, der die Debatte um Zusatzbeiträge, Milliardenlöcher und Beitragsanhebungen überflüssig machen könnte.

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