Auswirkungen des Leitzinses

Der Leitzins sinkt und er wird wieder angehoben. Die EZB regelt, was mit diesem Wert passiert, doch welche Auswirkung hat das eigentlich auf die Anlage eines Kunden?

Böse Zungen sprechen oft von einer Übervorteilung von Kunden, denn wird der Leitzins angehoben sollten eigentlich auch die Habenzinsen für Sparer ansteigen. Doch immer wieder hört man davon, dass Banken an eine solche Anpassung nach oben entweder nur langsam, oder eventuell sogar überhaupt nicht reagieren, hingegen bei Zinssenkungen die Anpassung fast unverzüglich vornehmen. Indirekt ist dies sicherlich nicht ganz falsch, aber eben doch so einfach nicht zu erklären.

Zunächst sind es auch Angebot und Nachfrage, die Tagesgeld Zinsen bestimmen und der Leitzins der EZB der Wert ist, zu dem sich eine Bank von der EZB Geld leiht, aber eine Bank leiht sich nicht nur dort Geld und unterliegt so nicht nur dem Leitzins. Banken leihen natürlich dort, wo es auch für sie günstig wird. Eine sofortige und direkte Auswirkung auf angebotene Tagesgeldzinsen kann es also durch eine Änderung der EZB allein am Leitzins nicht geben, jedenfalls nicht allein aus diesem Grund. Ein echter Grund sich aufzuregen ist es sowieso nicht, wenn die vermeidlich weiter zu gebenden Zinsen nicht umgehend angerechnet werden, denn der Deutsche lagert immer noch viele Milliarden auf Sparbüchern, deren Rendite von der Inflation regelrecht vernichtet wird. So lange sich dies Bewusstsein nicht verändert, sind auch Leitzins-Diskussionen eigentlich überflüssig.

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