Bankkunden unterschätzen häufig die Kosten für ihr Girokonto
Finanzexperten der Commerzbank und Marktforscher von dem Marktforschungsinstitut “TNS Infratest” sind in Zusammenarbeit zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. So haben die Bankkunden häufig keinen genauen Überblick über die Höhe der tatsächlichen Kosten, die ihr Girokonto verursacht und vertrauen auf die Werbeaussagen der Banken und sind im Glauben, ein “kostenloses Girokonto” zu besitzen.
Gegenüber dem Dienst “pressetext” äußerte sich Stefan Roberg, der Sprecher der Commerzbank, zu den Ergebnissen. Roberg sagte, dass das “vermeintlich kostenlose Girokonto” von vielen Banken und Finanzdienstleistern zwar so beworben, aber trotz dieser Werbeaussage versteckte Kosten anfallen würden.
Gut ein Drittel der Befragten gab den Ergebnissen zufolge zwar an, sich gut in ihren Finanzangelegenheiten auszukennen und den Überblick über ihre Finanzen zu haben, aber dennoch konnten nur 44% der befragten Bankkunden die tatsächlich anfallenden Bankgebühren beziffern.
Dazu kommt, dass etwa 23 Prozent der Befragten ein kostenloses Girokonto besitzen, wobei der Anteil bei den jungen Befragten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren sehr hoch ist, aber nach den Angaben der Befragten bei 22 Prozent trotzdem versteckte Kosten anfallen.
Diese entstehen in erster Linie durch nicht mit dem Gesamtpaket gedeckte Leistungen an, wie zum Beispiel für Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften.
Roberg rät daher allen Bankkunden dazu, die sich ein vermeintlich kostenloses Girokonto zulegen möchten, die Berater der Bank explizit nach den genauen Leistungen des angebotenen Girokontos zu befragen. So wären nämlich solche Konten häufig an bestimmte Nutzungsbedingungen gebunden, damit diese auch kostenlos bleiben. Hier wären insbesondere regelmäßig eingehende, monatliche Zahlungen zu nennen.
Wie wenig Übersicht viele Bankkunden über die genauen Kosten ihres Girokontos haben zeigt die Befragung deutlich. So konnten 26 Prozent der Befragten keinerlei Angaben zu den von ihnen zu leistenden Bankgebühren machen. Der Anteil der Hausfrauen und der Altersgruppe der 30-bis 49-Jährigen, die diese Angaben nicht machen konnten, ist hierbei besonders hoch.
Offenbar sind viele Bankkunden auch nicht daran interessiert, sich mit den Kosten auseinanderzusetzen oder stören sich schlicht nicht an überflüssige Kontogebühren. Die Banken verdienen damit an der Unwissenheit, dem Desinteresse und der Sorglosigkeit der Kunden.
Obwohl es tatsächlich gute Angebote für tatsächlich kostenlose Girokonten gibt, gaben rund ein Drittel der Befragten an, etwa 60 Euro jährlich für Kontogebühren zu zahlen. Bei etwa 20 Prozent steigt der Betrag sogar auf über 120 Euro pro Jahr an.

