Bargeld abheben bei Fremdbanken bleibt weiterhin teuer

Eine Obergrenze von 5 Euro für das Abheben von Bargeld bei Fremdbanken wurde vom Bundeskartellamt abgelehnt. Das Bundeskartellamt äußerte, dass der Vorschlag der Branche, zunächst für ein halbes Jahr die Gebühren auf die Obergrenze von 5 Euro zu legen, die Wettbewerbsprobleme der aktuellen Situation nicht beseitige.

Damit müssen die Bankkunden, die an Fremdautomaten über Bargeld verfügen, weiterhin auf eine günstige Lösung warten. Bisher liegt der Durchschnitt nach Angaben der Frankfurter Finanzberatung FMH bei  5,64 Euro für das „Fremdgehen“, wobei auch Gebühren von 10 Euro anfallen können. Insgesamt belaufen sich die internen Kosten der Institute jedoch nur auf 0,60 Euro je Abhebevorgang. Die Gebühren verrechnen die Banken untereinander. Die Verbraucherministerin,  Ilse Aigner (CSU), nannte die Gebühren im „Handelsblatt“ als völlig überzogen und an der Abzocke grenzend.

Die Bankenbranche hatte, wie bereits oben stehend, vorgeschlagen, die Gebühren für ein halbes Jahr auf 5 Euro zu deckeln. Dabei sollten die Interbankgeschäfte abgeschafft und durch ein „direktes Kundenentgelt“ ersetzt werden.  Dabei sollen dem Kunden die Gebühren direkt auf dem Bildschirm des Bargeldautomaten angezeigt werden, so dass der Vorgang vor dem teuren Bargeldbezug noch abgebrochen werden kann, bevor die böse Überraschung später auf dem Kontoauszug kommt.

Die Deckelung auf den Betrag von 5 Euro scheint für das Kartellamt keine Lösung. Die Anzeige auf dem Display beim direkten Kundenentgelt begrüßt die Behörde jedoch, da in diesem Fall die „Kunden nunmehr durch ihr Verhalten Einfluss auf das Entgelt nehmen können“.

Der Bundesverband deutscher Bank setzt sich für ein noch niedrigeres Entgelt ein, welches deutlich unter den 5 Euro liegen soll. Im Gespräch sind etwa 2 Euro, die von den privaten Instituten angeregt wurden. Darüber hinaus will der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) versuchen, für die Kunden ein einheitliches System zu einer transparenten Marktsituation zu kommen.

Nun droht die Politik mit einer gesetzlichen Regelung. Erik Schweickert, FDP-Verbraucherexperte, sagte, die Banken hätten die Möglichkeit der freiwilligen Preisgestaltung nicht genutzt. Die Abzocke einzelner Banken schade dem Ansehen der Branche und vor allem den Verbrauchern, so Schweickert weiter.

Seitens der Opposition gibt es Kritik an der Verbraucherministerin. Die SPD Verbraucherpolitikerin, Elvira Drobinski-Weiß, wirkt der Verbraucherministerin vor, zu lange untätig gewesen zu sein. Ihren Aussagen nach, seit bereits vor vier Monaten abzusehen, dass die Gebühren von 5 Euro zu hoch seien. „Wir haben deshalb vor fast vier Monaten eine gesetzliche Preisobergrenze von zwei Euro gefordert“, so Drobinski-Weiß.

Geldautomaten Verbünde der einzelnen Institute nutzen

Innerhalb der unter den Banken geschlossenen Geldautomaten Verbünden lassen sich kostenlose oder vergünstigte Bargeldabhebungen vornehmen. Welche Banken zu welchen verbünden gehören und wo Sie Geldautomaten finden, lesen Sie hier: kostenlos Bargeld abheben

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