Beratungsqualität bei Versicherungen immer noch häufig unzureichend
Erst gestern waren etliche Meldungen im medialen Umlauf, die sich auf mangelhafte und zu wenig zielgerichtete Beratung bei Banken im Rahmen von Anlagegesprächen ihren Kunden gegenüber bezogen.
Doch auch in der Versicherungsbranche scheint sich nach neuen Berichten selbst nach den gravierenden Verlusten während der Finanzkrise nicht allzu viel geändert zu haben. Einmal erneut waren es die Experten der Stiftung Warentest, die das „Elend“ zu Tage förderten.
Insgesamt wurden 26 der großen deutschen Versicherungsgesellschaften getestet, dabei ging es vor allem um die Angebote, bei denen eine Vor-Ort-Beratung vorgesehen ist. Das Ergebnis ist wenig erfreulich.
Abgesehen von einigen Ausreißern mit besonders schlechten Bedingungen ergibt sich die traurige Gewissheit: Nicht ein einziger Anbieter erreicht die Note Gut nach Auswertung von mehr als 180 Gesprächen, in denen die Berater der Versicherungen mitsamt ihrer Beratungsleistung zum Thema Lebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung auf die Probe gestellt worden waren.
Besonders problematisch stufen die Tester ein, dass nur in wenigen Fällen eine individuelle Empfehlung auf Basis des eigentlichen Bedarfs beim potentiellen Kunden ausgesprochen wurde. Nicht berücksichtigt blieben etwa oftmals spezielle Vorerkrankungen der Versicherten. Für die Versicherungsnehmer können solche Auslassungen in den Vertragsformularen gravierende Konsequenzen nach sich ziehen.
Denn bewusstes Verschweigen kann den Versicherungsschutz erlöschen lassen. Versäumt wurde vielfach auch die nötige Aufklärung über die genauen Vertragsbedingungen. Fazit somit: Kunden ohne Hintergrundwissen sind nach wie vor häufig Risiken bei der Beratung ausgesetzt.

