Bundesregierung bringt neue Richtlinie für Bonuszahlungen
Ob es nun die im halbe Million Euro Sonderzahlung des Chefs der Hypo Real Estate Weandt war, die den Bund zu seinen Überlegungen bewegte, ist im Grunde nicht weiter interessant.
Allein deshalb, weil es rein rechtlich am Vorgehen des HRE-Managers nichts auszusetzen gibt. Dennoch will sich die Bundesregierung zügig mit der Frage befassen, wie die für viele Manager bei Banken und anderen Unternehmen üblichen Bonuszahlungen zum eigentlichen Gehalt von staatlicher Seite nach amerikanischem Vorbild kontrollierbar und eingeschränkt werden können.
Vor allem die Bankmanager hat man bei den Kontrollbestrebungen im Hinterkopf. Die planmäßig deutlich strengeren Richtlinien für die Auszahlung derartiger Bonusleistungen werden nun in enger Zusammenarbeit von Bundesbank und BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, in Angriff genommen.
Eine erste Richtlinie in dieser Sache ist in Medienkreisen bereits bekannt. Geplant ist vor allem, dass die Bonuszahlungen nicht mehr wie früher auf sehr kurzfristigen Gewinnen basieren dürfen. Bisher konnten Boni auch bei sehr kurzfristigen Renditen der Banken zügig Extras gewährt werden.
Derartige Renditen an der Börse sollen auch deshalb unterbunden werden, weil sie als Argument für hochspekulative Transaktionen aufgefasst werden. Genau diese Aktivitäten mit riskanten Investments waren es, die vielen Banken herbe Verluste eingebracht haben.
So sollen die Banken in gewisser Weise durch die neue Vorschrift auch zu mehr finanzieller Verhältnismäßigkeit geleitet werden. Die Vorschrift der Bundesregierung folgt einem Beschluss des vergangenen G20-Gipfels in dieser Sache.

