Deutlich mehr Kredite für Verbraucher mit schwacher Bonität in den USA
Der gesunde Menschenverstand sagt dem Normalbürger, dass das Lernen aus Fehlern eigentlich in der Natur des Menschen liegen sollte. Doch nicht immer scheint dies zutreffend zu sein. Dann etwa, wenn es um die Vergabe von Krediten geht.
Als hätte die Immobilienkrise in den USA nicht eindringlich genug auf die Gefahren einer Kreditblase hingewiesen, indem sie zu einem beinahe ganzheitlichen Zusammenbruch des Systems geführt hatte, kehren viele US-Banken inzwischen zu früheren Verhaltensmustern zurück.
Subprime-Kredite werden die Immobiliendarlehen genannt, die an die Kundschaft vergeben werden, die nur über eine eher geringe Bonität verfügen. Laut einer Veröffentlichung der US-Notenbank FED kletterte der Anteil der Subprime-Kredite auf dem US-Markt frühzeitig bereits wieder auf rund ein Fünftel.
Mit diesem Wert liegen diese Kredite auf einem Niveau, das in vergleichbarer Form auch vor dem Ausbruch der Krise gegeben war. Als schwerwiegendes Problem sieht man diese Entwicklung bei der Notenbank aber aus einem wichtigen Grund dieses Mal nicht. Bis auf einen geringen Anteil sind die Darlehen komplett staatlich abgesichert.
Schließlich ist der Staat in direkter Form und in großem Umfang an den großen Immobilienfinanzierern wie Freddie Mac beteiligt. Kritisch beäugt wird die Kreditvergabe dementsprechend an anderer Stelle. Verbraucherschützer kritisieren, dass im Ernstfall erneut der Steuerzahler für die Kosten einer erneuten Immobilienkrise aufkommen müsste.

