Deutsche Verbraucher zweifeln am Kapitalismus

Es ist gerade eine knappe Woche her, da hat haben die Zahlen zum Wirtschaftswachstum die Anleger und Experten verblüfft. Dabei haben die Quartalszahlen vieler Unternehmen bereits eine kräftig anziehende Konjunktur vermuten lassen. Der Bürger teilt den Optimismus der Banker, Investoren und Unternehmen aber nicht.

Vielmehr herrscht beim deutschen Verbraucher eine Stimmung vor, die dem ganzen System zunehmend kritisch gegenübersteht. Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Emnid zeigt, dass die Krise nicht nur wirtschaftliche Spuren hinterlassen hat. Auch durch die Köpfe der Menschen zieht sich eine Nachdenklichkeit und Skepsis, die es vorher nicht in diesem Ausmaß gegeben hat.

Vertrauensverlust in ein Wirtschaftssystem

Rund ein Drittel der Befragten glaubt demnach noch an die Märkte und deren Selbstheilungskräfte. Der Rest scheint dem System derzeit zu misstrauen. Gerade in der jüngeren Generation ist die Zahl der Zweifler besonders groß. Alarmierend ist aber nicht nur diese Tatsache. Auch der Umstand, dass zwei Drittel der Umfrageteilnehmer sich keine Verbesserung der eigenen Lebensqualität erwarten, müsste den aufmerksamen Beobachter nachdenklich stimmen.

In der Krise scheinen sich die Deutschen stattdessen wieder auf soziale Werte und die Umwelt zu besinnen. Der Glaube an´s System bleibt dabei auf der Strecke. Dieser flächendeckende Pessimismus könnte weitreichende Folgen haben – etwa für den Ausgang der nächsten Wahlen.

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