Deutschland: Das neue Kreditkarten-Paradies?
Aus den USA ist bekannt, dass die meisten Verbraucher nicht nur dann einkaufen gehen, wenn sie gerade gut bei Kasse sind. Kreditkarten sind dort seit Jahren das Zahlungsmittel Nummer eins.
Doch gerade mit diesem Ansatz hat sich die Lage vor Ort zum Teil erst zur heutigen Krise auswachsen können. Allein die Summe der Kredite, die niemals wegen privater Zahlungsunfähigkeiten bei den Verbrauchern eingetrieben werden können von den Kreditinstituten, beläuft sich nach Expertenschätzungen auf gut eine Billion Euro. Nun kommen diese internationalen Formate der Kreditkarten nach und nach auch den deutschen Kunden zugute.
In der Regel waren die Kreditkarten in Deutschland meist eng mit dem betreffenden Konto bei der eigenen Hausbank verknüpft. Die Möglichkeiten einer Verschuldung waren eher überschaubar, weil die Bank spätestens nach einem Vierteljahr den Geldhahn zudreht. Die neuen Produkte auf dem Kreditkarten-Markt jedoch funktionieren wie die aus den USA bekannten Revolverkredite.
Solange der Kunde seine Tilgungen monatlich vornimmt, werden die Kredite gerne aufgestockt, damit immer wieder mehr oder weniger dringliche Käufe getätigt werden können. Die logische Konsequenz für die nicht gerade kleine Gruppe der Reflexkäufer, die auf vermeintliche Schnäppchen wie konditioniert anspringen und die eigenen Finanzen aus den Augen verlieren: Die Verschuldung droht.
Die Hoffnung, der Kunde selbst könnte seinen Konsum in jeder Situation unter Kontrolle halten, wird von der Lage auf dem US-Markt vermutlich ausreichend entkräftet. Und so sollten die Kreditkartennutzer selbst frühzeitig überlegen, ob sie sich Limits beim Kreditkarten basierten Einkaufen sollten, um nicht am Ende in der Schuldenfalle zu landen.

