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Deutschlands Bonität könnte abgewertet werden

In der 2. Dezemberwoche wollen die Regierungschefs Europas einen neuen Versuch wagen, die anhaltende Krise in den Griff zu bekommen. Allerdings hat nach dem verhaltenen Optimismus der letzten Tage die Ratingagentur Standard & Poor´s zum nächsten Paukenschlag ausgeholt – und droht auch der Top-Note, die Deutschland derzeit noch als Fels in der Brandung erscheinen lässt.


Als Grund für die Ankündigung gab Moritz Kraemer – Chefanalyst für Europa von S&P – die anhaltenden Schwierigkeiten der Politik im Kampf gegen die Krise an. Man fürchte, so Kraemer in einem Interview vom Dienstag, dass „nach unserem Dafürhalten die Risiken […] in den kommenden Wochen deutlich steigen könnten“. Damit feuert die Ratingagentur Standard & Poor´s einen eindeutigen Warnschuss in Richtung der Politik ab.

Standard & Poor´s rechnet mit Rezession

Wie Moritz Kraemer weiter ausführt, fürchte man die „Bremswirkung“ der Krise auf die Realwirtschaft und das Abgleiten in eine Rezession. Gleichzeitig verwies der Analyst darauf, dass sich die aktuelle Krise immer weiter in die Mitte Europas vorgearbeitet hätte. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass viele Anleger den Ankündigungen und Ratings nicht blind vertrauen – zumal der kommende Gipfel noch einige Veränderungen bringen könnte.

Staaten und Banken am Pranger

Für Standard & Poor´s stehen nicht nur Staaten wie Deutschland oder Frankreich am Pranger, auch der Bankensektor bereitet der Ratingagentur Sorgen. Seitens der Betroffenen gibt man sich allerdings ruhig und hat die Ankündigungen des negativen Ausblicks für 15 EU-Staaten scheinbar gelassen zur Kenntnis genommen. Die Börsen haben allerdings weniger ruhig reagiert – in Asien zeigte die Ankündigung Wirkung und ließ die Kurse in den Sinkflug gehen.

Sollte sich S&P in den kommenden Monaten tatsächlich für eine Herabstufung entscheiden, könnte dies erhebliche Auswirkungen haben. Denn dann müsste Deutschland damit rechnen, zukünftig höhere Zinsen für Refinanzierungen zu zahlen, was letzten Endes auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble trifft, dessen Haushalt dadurch ins Wanken geraten könnte.

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