Die Rückkehr des IWF als Kreditgeber
Der Internationale Währungsfonds zeichnete sich zuletzt nicht gerade dadurch aus, dass er als Geldgeber im großen Umfang seiner eigentlichen Gründungsaufgabe gerecht wurde.
Zunehmend gab es Stimmen, der IWF sei in seiner eigentlichen Form inzwischen nicht mehr notwendig für die internationalen Wirtschaftsmärkte, wie es mehrere Jahrzehnte hinweg der Fall war. Doch bedürftige Ländern, zu denen lange vor allem Staaten aus Südamerika zählten, konnten im Zuge des weltweiten Aufschwungs ohne Schwierigkeiten und ohne IWF-Hilfe auf dem globalen Markt an das benötigte Geld kommen.
Doch damit ist aufgrund der weltweiten Krise nun erst einmal Schluss. Und damit tritt nach und nach eine regelrechte Renaissance des Internationalen Währungsfonds als Kreditgeber ein, mit der in dieser Form wohl niemand mehr so wirklich gerechnet hatte. Stetig stellt der IWF nun Kredite in einer Größenordnung bereit, die so bisher nie erreicht wurde.
Wie groß der Kredit-Bedarf bei den Nationen ist, lässt sich daran erkennen, dass die Manager des IWF die sofort verfügbaren Mittel für die Kredite zügig auf eine halbe Billion Dollar aufgestockt haben, um der großen und weiter steigenden Nachfrage gerecht werden zu können.
Bislang wurden erst Kredite von etwa 48 Milliarden Dollar ausgegeben, doch beim Fonds selbst rechnet man mit einem weiterhin hohen Bedarf. Probleme mit der Umsetzung der Kredit-Wünsche werde es jedoch nicht geben. Denn der IWF verfügt über ausreichende Reserven, so Generaldirektor Dominique Strauss-Kahn.

