Weiterhin kein Geld

Düstere Aussichten für Teldafax-Gläubiger

Ein günstiger Strompreis ist für viele Verbraucher ein Grund zum Wechseln. Etliche Versorger haben sich inzwischen darauf verlegt, die Gebühren bereits im Voraus zu kassieren – als Gegenleistung ist der Strom günstiger. Wie schnell sich diese Vorauszahlung rächen kann, müssen jetzt hunderttausende Deutsche erfahren – es geht um die Causa Teldafax.

Der Stromanbieter hat sich mit seinen Angeboten massiv verhoben und steht vor Verbindlichkeiten, die sich aus einer beeindruckenden Zahl an Gläubigern speisen. Insolvenzverwalter Biner Bähr hat für die Gläubigerversammlung 750.000 Einladungen verschickt. Letzten Endes erschien davon aber nur eine Handvoll. Die Gläubiger, die im Staatenhaus auf dem Kölner Messegelände erschienen, bekamen nur wenig Gutes zu hören.

Teldafax “im Stehen K.O.”

Insolvenzverwalter Bähr erhob gegen das Management bei Teldafax schwere Vorwürfe und beschrieb eine desaströse Situation. So habe das Unternehmen in den letzten Wochen seines Betriebs “jeden Tag 20 bis 40 Kisten mit Post” erhalten. Zum großen Teil Schreiben von verärgerten Kunden, deren Anrufe selbst das Callcenter nicht mehr bewältigen konnte.

Und scheinbar hatte man bei Teldafax schon lange den Kopf in den Sand gesteckt. Biner Bähr beschrieb auf der Gläubigerversammlung Zustände, in denen die Post in den letzten Tagen vor seinem Eintreffen gar nicht mehr bearbeitet wurde. Parallel zu diesen Schilderungen nahm Bähr auf der Gläubigerversammlung den erschienenen Zuhörern die Illusion, dass bald mit Geld zu rechnen sei.

Insolventer Energieanbieter mit minimaler Liquidität

Auf den Konten des Unternehmens Teldafax hat der Insolvenzverwalter der eigenen Aussage aus nur wenig Kapital vorgefunden – es “wurde ein Vermögen von gerade einmal 6,9 Millionen Euro ermittelt”, so Bähr. Allerdings gab der Insolvenzverwalter die Hoffnung nicht auf, für die Gläubiger weiteres Kapital auftreiben zu können, da er hofft, Ansprüche gegen Geschäftspartner geltend zu machen.

Und auch wegen der seiner Meinung nach ersichtlichen Insolvenzverschleppung will der Insolvenzverwalter aktiv werden. Was zum Niedergang des Unternehmens geführt hat, sind in den Augen des Insolvenzverwalters Tarife, die nicht auf Gewinn, sondern eine möglichst große Zahl an Kunden ausgelegt waren.

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