EU plant Notfallpläne und Stresstests für alle Großbanken
Die Zahl der Verbraucher, die angesichts der kostspieligen Rettungsaktionen der Bundesregierung nur mit dem Kopf schütteln konnten, war nicht gerade gering. Auch der Hinweis auf die vermeintliche Systemrelevanz der Institute konnte nicht jedem klarmachen, dass die Investitionen unvermeidbar waren.
Möglicherweise könnte sich zukünftig denn auch einiges an den bisherigen rechtlichen Möglichkeiten verändern. Dann wenigstens, wenn die Europäische Union ihrer Pläne für den Bankensektor wahr machen sollte. Die Konsequenz könnte sein, dass keineswegs jede Großbank im Falle einer erneuten Krise gerettet werden würde. Um jeden Preis will man bei der EU nicht mehr einschreiten.
Ähnlich wie schon von vielen deutschen Politikern aufs Tapet gebracht, sieht man auch bei der EU ein, dass eine weltweit oder wie im Falle der EU-Überlegungen europaweit agierende Bank im Einzelfall durchaus abgewickelt werden können muss. Dies geht aus einem aktuellen Papier hervor, über das der Ecofin, der Rat der EU-Finanzminister schon zu Beginn der kommenden Woche diskutieren wird.
Anstelle einer staatlichen Intervention mit Milliardensummen fordert man in Brüssel eine gemeinsame Lösung von den nationalen Aufsichtsbehörden, die für jede Großbank innerhalb der Europäischen Union individuelle Notfall-Pläne beinhaltet. Dies kann auch eine Abwicklung bedeuten. Ebenso in Planung ist ein Konzept für Stresstests nach dem Vorbild der USA, der in regelmäßigen Abständen bei allen Großbanken durchgeführt werden soll ab 2010.

