Eurozone mit deutlich geringerem Volumen bei Unternehmenskrediten
Zum täglichen Geschäft der Banken gehören bekanntlich Zahlen und Fakten. Dementsprechend schwierig dürfte es nun für die Banken werden, die aktuellen Zahlen zu ihren eigenen Gunsten auszulegen.
Denn innerhalb der Eurozone sprechen die aktuellen Daten eine deutliche Sprache in Bezug auf die Vergabe von Krediten. Um rund 35 Milliarden Euro ist das Paket der Kredite von Mai bis Juni dieses Jahres zurückgegangen im Bereich der Unternehmensdarlehen. Einen stärkeren Rückgang beim Kreditvolumen hat es seit Führung der Statistik innerhalb eines einzigen Monates noch nicht gegeben.
Die Zahlen haben in zweierlei Hinsicht große Bedeutung. Einerseits scheint der Rückgang zunächst einmal die Aussagen der Banken selbst zu widerlegen, dass im Grunde von keiner Kreditklemme gesprochen werden könne. Zudem steht die Zahl von 35 Milliarden Euro Kreditminus in den Euro-Ländern auch den Mutmaßungen über ein frühzeitiges Ende der Wirtschaftskrise gegenüber und nimmt dieser Hoffnung deutliches Gewicht.
Für Deutschland hat diese restriktive Kreditvergabe für viele Unternehmen schon jetzt Konsequenzen. In so mancher Firma wird derzeit bereits überlegt, wie viele Arbeitsplätze in der Zeit nach den Bundestagswahlen wegfallen werden.
Jedenfalls dann, wenn sich die neue Regierung später nicht zu den angekündigten Entlastungen durchringen würde, deretwegen die Unternehmen derzeit auf neue Kredite verzichten. Denn auch der Verzicht auf neue Darlehen bei den Unternehmen hat aus Expertensicht Einfluss auf die aktuellen Zahlen.

