EZB bringt längere Laufzeiten bei Krediten für Banken
Den Experten der Europäischen Zentralbank mag man vieles unterstellen können. Hinsichtlich der Kreditvergabe und der Konditionen in diesem momentan so wichtigen Bereich des Finanzmarktes muss EZB-Chef Trichet und seinem Team jedoch fraglos attestiert werden, dass man nichts unversucht lässt, um eine Verschlimmerung der Krise zu verhindern.
Noch immer sucht man einen Weg, um die Banken zu einer bereitwilligeren Kreditpolitik für ihre privaten und Unternehmenskunden zu bewegen. Einen Schritt will die EZB nun gefunden haben. Während die Laufzeiten der Kredite für die Banken von der EZB auf maximal sechs Monate beschränkt waren, sollen diese Laufzeiten vermutlich auf ein ganzes Jahr ausgeweitet werden.
Diese Entwicklung könnte zur Folge haben, dass sich die Banken in Europa noch stärker als derzeit üblich Geld bei der EZB leihen. Je länger die Banken die Mittel nutzen können, desto besser stehen aus Sicht der Finanzprofis bei der Zentralbank die Chancen, dass die Vergabe von Krediten im Interbankengeschäft bald deutlich reibungsloser und weniger zurückhaltender ablaufen kann.
So sucht man einen Weg, um den Kreditmarkt auch ohne weitere Zinssenkungen positiv zu beeinflussen. Eine weitere Korrektur beim Leitzins – so die EZB – wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Schon jetzt liegt der Leitzins mit nur einem Prozent auf seinem historischen Tiefpunkt. Als Voraussetzung für einen Kredit von der EZB müssen die Banken Wertpapiere anbieten können.

