EZB-Ratssitzung überschattet Tagesgeld

Das Spiel mit dem Leitzins ist für die europäischen Anleger mit Vorliebe für Tagesgeld kein unbekanntes mehr. So wissen die Sparer bereits jetzt, was das Stündlein zum Wochenende hin geschlagen haben wird.

Dann nämlich steht am Donnerstag die nächste Ratssitzung der Europäischen Zentralbank sozusagen vor der Tür. Dass in der Sitzung etwas anderes als eine erneute Senkung des Leitzinses auf einen neuen historischen Tiefststand beschlossen werden könnte, mag sich derzeit nicht einmal der optimistischste Analyst ausmalen.

So ist die anstehende Richtung nach der Senkung auch für die Tagesgeldkonten europäischen Ursprungs denkbar leicht vorherzusagen. Waren es Anfang des Jahres noch rund 5%, die realistisch waren, gab der durchschnittliche Tagesgeldzins in den vergangenen Wochen auf nur noch 2-3 Prozent nach.

Und schon bald werden die Zinserträge mit Tagesgeld nach Einschätzung vieler Finanzprofis weiter einbrechen. So könnten schon ab der kommenden Woche für die Neukunden der Banken in Richtung Herbst 2005 tendieren. Damals lagen sowohl das Tagesgeld als auch das Festgeld im Durchschnitt deutlich unter zwei Prozent.

Genau genommen lagen die Zinssätze sogar unter dem vorgegebenen Leitzins der EZB. Sollte sich diese historische Phase wiederholen, wäre es für die Anleger höchste Zeit sich nach geeigneten Alternativen als Geldanlage umzusehen. Die jedoch dürften mehr als rar sein.

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