Geldmarktfonds geht die Puste aus
Sind noch vor wenigen Monaten die Fonds die absoluten Überflieger gewesen, so geht denen jetzt langsam die Luft aus. Die Kreditkrise macht den Anlagemöglichkeiten schwer zu schaffen und so versuchten die Geldmarktfonds zur Rettung ihrer Renditen eine Flucht nach vorne und kauften sich verstärkt in neue Finanzprodukte, wie zum Beispiel Verbriefungen ein. Doch die Unsicherheit blieb und somit ging die „Power“ der Geldmarktfonds deutlich in den Keller.
Früher sicherlich nichts für risikofreudige Anleger, weil als hundertprozentig sicher verschrien, waren die Geldmarktfonds lange zeit ein Garant für gute Renditen. All jene, die das Börsenparkett lieber mieden, investierten in Geldmarktfonds und konnte auch nach wie vor ruhig schlafen. Es würde am Ende de facto ja mehr dabei raus kommen, als man rein gesteckt hatte. Oftmals waren die Ergebnisse dieser Finanzanlagestrategie sogar richtig gut und übertraf nicht selten manch hohe Aktiengewinne.
Jetzt schlägt allerdings die US-Krise zu wie ein Dampfhammer. In lediglich wenigen Wochen verabschiedeten sich gleich mehrere Unternehmen von ihren Investitionen in die so genannten ABS (Asset backed Securities) und schlossen ihre Fonds. Große Namen wie BNS Paribas, die West LB und auch HSBC wurden von der negativen Stimmung mitgerissen.
Doch um die Renditen hoch zu halten, hielt man auch das Risiko hoch und ging diesen Weg. Mit dem ursprünglichen Fondgedanken, der teilweise noch aus den siebziger Jahren stammt, hat die aktuelle Anlagestrategie nicht mehr viel zu tun. Die inzwischen krisenanfällig gewordenen Fonds sind nicht mehr beliebt und so herrscht ein Liquiditätsproblem vor.
Immer mehr Experten raten sich genau anzusehen in welche Geldmarktfonds man jetzt noch bedenkenlos sein Geld stecken kann und welche Risiken damit verbunden sind. Der große und bisweilen umfassende Werteverlust hat zwar noch nicht global eingesetzt, aber bestimmte Fonds sind bereits betroffen.

