Gesundheit: Wie Ärzte mit Patienten Kasse machen
Das deutsche Gesundheitswesen steht schon seit geraumer Zeit unter kritischer Beobachtung. Vor allem hohe Kosten für Medikamente gelten als ein wesentlicher Kostentreiber. Aber auch der Aufwand für den Arztbesuch der gesetzlich Versicherten ist nach wie vor Streitthema. Wie das Wissenschaftliche Institut der AOK jetzt feststellt, verdienen Ärzte an manchen Patienten doppelt – über die sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL).
Zielgruppe sind Besserverdienende
Dabei gehen einige Mediziner scheinbar mit System vor. Denn das Wissenschaftliche Institut der AOK gibt zu Protokoll, es würden diese Leistungen, welche von den Kassen nicht bezahlt werden, vor allem Besserverdienenden angeboten. Zum IGEL-Katalog gehören Vorsorgeuntersuchungen, wie die Innendruckmessung des Auges.
50 Prozent mehr Umsatz
Mit diesem Zusatzverdienst haben Ärzte im letzten Jahr rund 1,5 Mrd. Euro verdient. Gegenüber 2008 ein “Umsatzplus” von 50 Prozent. In den Augen vieler Kritiker werden niedergelassene Ärzte seit Jahren darauf getrimmt, als Unternehmer / Verkäufer zu agieren. Eine Entwicklung, die für Patienten nur fatal sein kann.

