Gesundheitsfonds: Chronisch Kranke für Krankenkassen lukrativer
Die gesetzliche Krankenversicherung hat in den vergangenen Monaten zu hitzigen Debatten geführt. Schuld ist eine Kostenentwicklung, die im kommenden Jahr zu einem Milliardenloch geführt hätte. Dank einer neuerlichen Gesundheitsreform scheint diese Gefahr erst einmal abgewendet. Trotzdem – die GKV bietet nach wie vor Diskussionsstoff.
Deutlicher Anstieg chronischer Erkrankungen
Laut dem ARD-Magazin “Panorama” ist die Zahl der chronisch Kranken von 2007 – 2008 um 4,6 Prozent gestiegen. Ein Plus, das sich Experten nicht medizinisch erklären können. Stattdessen wird über andere Ursachen spekuliert. Denn seit der Einführung des Gesundheitsfonds haben sich die Abrechnungsmodelle für die gesetzlichen Kassen geändert. Galten früher gesunde Mitglieder als erstrebenswert – da kostensenkend – sind seit dem Gesundheitsfonds Kranke bares Geld wert.
Gesundheitsfonds subventioniert Kranke
Für jede chronische Erkrankung erhalten die Kassen vom Gesundheitsfonds einen Zuschuss. Auf den einzelnen Patienten gerechnet ist der Betrag gering. Allerdings entstehen unterm Strich Millionenbeträge. Damit wächst natürlich die Versuchung, möglichst viele Patienten diesen “gewinnbringenden” Krankheitsbildern zuzuordnen. Insgesamt 80 Krankheitsbilder sichern den Kassen derzeit einen Zuschuss und belasten das Gesundheitssystem mit rund 86 Milliarden Euro.

