Gesundheitsministerin will Pflege Versicherung umstrukturieren

Geld ist zwar in den Kassen des Bundes eigentlich nicht vorhanden. Dennoch kündigt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt an, beim Modell der Pflegeversicherung maßgebliche Korrekturen umsetzen zu wollen, um den Versicherten im Lande individuellere Pflege zuteil werden zu lassen.

Vor allem der Faktor Zeit soll in den langfristigen Plänen eine wesentliche Rolle spielen. Im Minutentakt dürfe Pflege gerade bei den gebrechlichen Menschen und Erkrankten mit Demenz nicht mehr ablaufen. Zu diesem Zweck sei eine Umstrukturierung der gesetzlichen Pflegeversicherung unerlässlich.

Ein wichtiger Aspekt in den Reformen soll auch eine Neuausrichtung der Pflegestufen in der Pflegeversicherung sein. Schon Anfang des Jahres forderte ein Expertenbeirat eine Umstellung von drei Pflegestufen auf später fünf so genannte Bedarfsgrade.

Im Rahmen dieser genannten Grundsatzreform will die Ministerin zusätzlich maximal 3,7 Milliarden Euro per anno in das Versicherungssystem investieren. Erste Bedenken äußerte bereits Schmidts Kollegin von der Leyen. Vor allem deshalb, weil sich die möglichen Kosten vollkommen unpräzise auf eine Summe zwischen 300 Millionen und besagte 3,7 Milliarden Euro belaufen könnten.

Die Einwände können der Gesundheitsministerin einstweilen aber unberührt lassen. Denn die Umsetzung ist ohnehin erst nach den kommenden Bundestagswahlen realisierbar. Ob Frau Schmidt dann noch im Kabinett vertreten sein wird, bezweifeln Politikwissenschaftler. Den Zuspruch des Sozialverbandes Deutschland hat die Ministerin sich jedenfalls mit ihrer Forderung gesichert.

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